Denkmal soll mehr Aufmerksamkeit erhalten

Marcel Dahlmann will die Stelen am U-Bahnhof Cottbusser Platz bekannter machen. (Foto: hari)

Hellersdorf. Am U-Bahnhof Cottbusser Platz erinnern acht Stelen aus Stahl an den historischen Ursprung von Hellersdorf. Die meisten Menschen wissen jedoch nicht um ihre Bedeutung. Sie gehen oder fahren achtlos vorbei, weil ein Hinweis fehlt.

"Es ist schade, dass die Menschen nicht ausdrücklich auf diesen historischen Ort aufmerksam gemacht werden", sagt Marcel Dahlmann. Der SPD-Bezirksverordnete ist auf die Stelen im Zusammenhang mit seinem Studium der Mathematik und Geographie gestoßen. Bei einer Besichtigung im Rahmen einer Vorlesung für Studenten der Humboldt-Universität fiel die schlechte Ausweisung des historischen Ortes auf. Eine spontane Umfrage unter Passanten ergab, dass auch die Hellersdorfer meist nichts von dem Ort wissen.

Hellersdorf gehört zu den ältesten mittelalterlichen Siedlungen im Bezirk. Im Unterschied allerdings zu Mahlsdorf oder Kaulsdorf wurde "Helwichstorpp" Anfang des 15. Jahrhunderts aufgegeben.

Erst bei Bauarbeiten im Zuge der Entstehung der Großsiedlung in den 80er-Jahren wurden südlich des U-Bahnhofs Cottbusser Platz die Grundsteine der ehemaligen Kirche, Reste des Friedhofs und Spuren von Wohnhäusern entdeckt.

2006 ließ der Bezirk mit EU-Fördermitteln die Stelen auf der Grünanlage aufstellen. Sie markieren den Grundriss der alten Kirche. In die acht Stahlstelen sind Zeichnungen und Informationen über das historische "Helwichstorpp" eingraviert.

Doch das Denkmal sieht man zunächst nicht, wenn man vom südlichen Ausgang des U-Bahnhofs in Richtung Carola-Neher-Straße geht. Von der U-Bahn aus sind die Stelen zwar zu sehen, schon nicht mehr aber vom nördlichen Ausgang aus.

Dahlmann setzt sich jetzt dafür ein, dass die Stelen besser ausgeschildert werden. "Gerade in der Großsiedlung ist es wichtig, den Bewohner zu vermitteln, dass auch sie an einem Ort mit Traditionen wohnen", findet Dahlmann. Der Biesdorfer vergleicht das mit seinem Erleben im eigenen Ortsteil. Historische Wurzeln seien wichtig für das eigene Selbstverständnis und das Entstehen von Heimatgefühl.

Kulturstadträtin Juliane Witt (Die Linke) steht dem Vorschlag des SPD-Verordneten offen gegenüber. "Im aktuellen Haushalt haben wir zwar keine Mittel mehr", sagt sie. Eine Möglichkeit sei, die Stelen in den "Kultur- und Kunstpfad" einzufügen. Über die Errichtung eines solchen Wegweisers werde derzeit diskutiert.


Harald Ritter / hari
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