Der Alice-Salomon-Platz als Ort der Kommunikation

Franziska Gußmann (links) und Lisa Fugmann verwandelten den Platz vor dem Marktplatz Center in ein Meer aus weißen Blüten. (Foto: hari)

Hellersdorf. Studenten der Alice Salomon Hochschule und der Technischen Universität Cottbus beschäftigten sich in einem Studienprojekt mit der Situation in Helle Mitte.

Nicht zufällig mussten sich Passanten am 8. Juli auf dem Alice-Salomon-Platz in das Märchen von Lews Carroll versetzt fühlen. Studenten verwandelten am Nachmittag den zentralen Platz des Hellersdorfer Zentrums und andere Orte in Szenen wie aus "Alice im Wunderland". Während der Bereich vor dem Markplatz Center zu einem Meer von weißen Blumen wurde, luden vor dem Rathaus Alice selbst und eine Schar von Hutmachern zu einer langen Kaffeetafel ein. Passanten konnten sich niederlassen und aufschreiben, was ihnen an Hellersdorf gefällt und was nicht. Die Zettel mit Wünschen oder auch Forderungen werden an den Bürgermeister überstellt.

Seit seiner Entstehung leidet das Zentrum Helle Mitte an grundlegenden architektonischen Defiziten, am deutlichsten am Alice-Salomon-Platz. Er wird von der zweispurigen Straßenbahnlinie und der Stendaler Straße durchschnitten. Zwischen beiden Hälften des Platzes gibt es bis heute keinen lebendigen Zusammenhang. Nur selten halten sich Menschen länger hier auf.

Die Studenten führten bei einem öffentlichen Spaziergang an weitere neuralgische Punkte, wie die Brache in der Tangermünder Straße, auf der gegenwärtig ein Bürgerpark entsteht, das soziale Problemgebiet Hellersdorfer Promenade oder die mit Unkraut überwucherte Brache, die den Namen Kurt-Weill-Platz trägt. An den jeweiligen Orten machten sie mit fantasievollen Aktionen darauf aufmerksam, was ist und was sein könnte.

Endpunkt des Spaziergangs war der Alice-Salomon-Platz vor dem Rathaus. Mit der öffentlichen Kaffeetafel versuchten sie zu zeigen, was ein Platz sein sollte, nämlich ein Ort der Kommunikation. In die Aktion betteten sie eine Umfrage unter Passanten ein, was ihnen an ihrem Stadtteil gefällt und was sie stört.

An der Tafel hatte auch Jacqueline Wagner mit Lebenspartner und Sohn Platz genommen. "Ich haben aufgeschrieben, dass es keine Spielplätze mehr ohne Scherben gibt. Außerdem fehlt es hier an Einrichtungen, in denen ältere Kinder ihre Freizeit verbringen können", sagt sie.


Harald Ritter / hari
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