Rote Karte für Helmmuffel

Victoria Malack von der 7a des Melanchthon-Gymnasiums und ihre Mitschüler absolvierten natürlich nur mit Helm unter anderem den Fahrradparcours beim Aktionstag. (Foto: hari)
Berlin: Melanchthon-Gymnasium |

Hellersdorf. Fahrradfahren ohne Helm ist gefährlich! Das soll Schülern des Melanchthon-Gymnasiums – und nicht nur ihnen – im Rahmen eines Präventionsprojektes bewusst gemacht werden. Er besteht im Wesentlichen aus einem Aktionstag, bei dem alle Schüler animiert werden sollen, nur noch mit Helm zu fahren.

In Deutschland wird zwar das Tragen eines Kopfschutzes beim Radfahren empfohlen, es gibt aber keine Helmpflicht. Deshalb nehmen insbesondere Schüler das Tragen eines Helms nicht so ernst. Dabei spricht die Unfallstatistik eine klare Sprache. Nach einer Erhebung mussten seit 2011 in Deutschland rund 194 000 Kinder und Jugendliche infolge von Fahrradunfällen in Krankenhäusern stationär behandelt werden. Über die Hälfte davon, 103 000 Kinder und Jugendliche, hatten eine Kopfverletzung.

„Kopfverletzungen sind meist besonders schwerwiegend und häufig nur langfristig auszukurieren“, sagt Dana Mroß von der Kinderneurologie-Hilfe Berlin-Brandenburg.

Die Beratungsstelle ist beim Unfallkrankenhaus Berlin in Biesdorf angesiedelt und will das Präventionsprojekt auch an anderen Berliner Schulen anbieten. Damit soll das Bewusstsein von Schülern über die Gefahren des Radfahrens ohne Helm geschärft werden.

„Wir haben eine große Zahl von Schülern, die jeden Tag mit dem Fahrrad zum Unterricht kommen“, sagt Jörg Spieler, Leiter des Melanchthon-Gymnasiums. Auch deshalb habe sich seine Schule um die Teilnahme an dem Projekt beworben. Beim Aktionstag auf dem Schulhof gab es eine Vielzahl an Mitmach-Stationen. Unter anderem beantworteten die Schüler Quizfragen zur Verkehrssicherheit, wurden in die Erste Hilfe bei Verkehrsunfällen eingeführt und nahmen an einem Fahrradparcour teil, der mit einem Helm absolviert werden musste.

Ein Bestandteil des Aktonstages war die Teilnahme der älteren Schüler aus der neunten Klasse. Sie sollen mit darauf achten, dass die jüngeren künftig Helme benutzen.

Mroß wertet den Tag als einen Erfolg. „Vor Beginn des Aktionstages sagte jeder dritte Schüler, dass er regelmäßig einen Fahrradhelm nutze. Nach dem Aktionstag erklärte jeder Zweite, künftig nur noch mit Helm zu fahren“, sagt sie. hari
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