Das Zuchtprojekt am Oschatzer Ring ist beliebt und erfolgreich

Reiner Waldukat und Stephanie Philipp präsentieren junge Thüringer Bergziegen, die in dem Projekt "Mensch-Natur" geboren wurden. (Foto: hari)
Berlin: Mensch-Natur |

Hellersdorf. Die "Beschäftigungsagentur Berlin Brandenburg" züchtet im Oschatzer Ring Ziegen, Schafe und Schweine. Mit dem Projekt "Mensch-Natur" will der Verein helfen, bedrohte Haustierrassen vor dem Aussterben zu bewahren.

17 Thüringer Bergziegen, elf Braune Bergschafe und neun Mangalitza Wollschweine stehen gegenwärtig beim Projekt "Mensch-Natur" im Oschatzer Ring 1 in Pflege. Der Verein "Beschäftigungsagentur Berlin Brandenburg" (BABB e.V.) betreibt das Naturschutzprojekt seit August 2013 auf dem Gelände einer ehemaligen Schule.

Die alte Turnhalle dient als Stützpunkt, in dem auch eine Ausstellung über die Umweltarbeit des Vereins zu besichtigen ist. Aus ausgemusterten Containern der Senatsverwaltung für Umwelt wurden Stallungen gebaut. Der größte Teil Fläche der ehemaligen Schule wurde eingezäunt, sodass die Tiere weiden können.

Im Kiez sind die Tiere eine Attraktion. Kita-Gruppen, Schulklassen und auch Erwachsene kommen täglich vorbei, um sich die selten gewordenen, teils unbekannten Vertreter der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen anzuschauen.

"Die wichtigste Aufgabe des Projekts ist jedoch die Zucht", sagt Reiner Waldukat, Geschäftsführer des Vereins. 20 Schafe, acht Ziegen und 13 Ferkel wurden in den zurückliegenden knapp zwei Jahren geboren. Die meisten von ihnen wurden an Züchter abgegeben. Ein junger Eber ging an den Tierpark Neuruppin.

Freiwillige kümmern sich um die Versorgung und Pflege der Tiere. Eine dieser ehrenamtlichen Helferinnen ist Stephanie Philipp. Die 24-Jährige kam im Herbst 2013 als Bundesfreiwillige in das Projekt.

Die junge Frau hat an der Arbeit mit den Tieren einen solchen Gefallen gefunden, dass sie nach Ablauf des einjährigen Dienstes weiter fast jeden Tag im Oschatzer Ring erscheint, um die Tiere zu versorgen.

Im Januar nahm sie sogar einen kleinen Eber mit nach Hause, weil die Zitzen der Wollschweinmutter nicht für alle Ferkel reichten. Zu Hause fütterte sie das Tier mit Milch, bis es groß genug war, andere Nahrung zu sich zu nehmen. Stephanie wollte Tierpflegerin werden. Ausbildungsstellen in dem Beruf sind aber in Berlin rar, sodass sie ab Herbst eine Lehre als Verkäuferin macht. "Hier mache ich weiter, solange ich die Zeit dafür habe", erklärt sie.

BABB e.V. hat 15 Stellen im Bundesfreiwilligendienst bewilligt bekommen. Die Hälfte ist momentan unbesetzt. "Wir dürfen nur junge Menschen bis zum Alter von 25 Jahren einstellen", sagt Waldukat.

Die Tiere können täglich von 10 bis 17 Uhr in dem Haustierrassen-Projekt im Oschatzer Ring 1 besucht werden. Am Montag, 4. Mai, um 13 Uhr kommt der Schafscherer und ist eine Schafschur zu sehen.

Mehr Informationen gibt es unter 20 21 40 77.

Harald Ritter / hari
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