Neues Konzept führt Senioren und Kita-Kinder zusammen

Die 81-jährige Hertha Ehlert aus der Seniorenwohnanlage freundet sich mit den Kita-Kindern Nele und Joel an. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Alt und jung unter einem Dach, das ist ein neuer Trend in der Senioren- und Kinderbetreuung. Pflegeunternehmen und Kita-Träger aus dem Bezirk sind vorn mit dabei.

In diesen Wochen machen Nachrichten von gemeinsamen Neueröffnungen von Seniorenwohnstätten und Kitas im Bezirk die Runde. Die ganz Jungen und die ganz Alten leben gewissermaßen Wand an Wand, begegnen sich und geben sich gegenseitig etwas. Beide haben Unterschiedliches zu bieten: die einen Lebenserfahrung und gereiften Verstand, die anderen Frische und Zukunftserwartung. Das Modell "Seniorenheim plus Kita" heilt Defizite, wie sie gerade für die Großsiedlungen typisch sind. Hier gibt es keine Häuser, in denen Familien über mehrere Generationen zusammenleben und an die Nachfolgenden vererben. Hier gibt es meist nur die Einzelwohnung, in der man bestenfalls zu zweit alt wird.

Die Berlin-Brandenburgische Wohnungsbaugenossenschaft baute in der Schleusinger Straße eine Wohnanlage. Die Gesundheitspflege Helle-Mitte GmbH richtete hier Räume für betreutes Wohnen und eine Wohngemeinschaft für pflegebedürftige ältere Menschen ein. Die Wohnanlage mit dem Namen "Wuhleanger" in der Schleusinger Straße 8 wurde am 1. August von der Gesundheitspflege Helle-Mitte GmbH eröffnet. Als weiterer Mieter zog eine neue Kita ein, die von dem Verein "Dialog" betrieben wird.

"Bei unseren Mietern und Betreuten kommt das Konzept gut an", sagt André Graff, Geschäftsführer des Pflegeunternehmens. Für viele der neuen Bewohner sei die Nähe der Kita ein Argument gewesen, genau hier eine Wohnung zu beziehen oder einen Pflegeplatz zu nehmen. Die alten Menschen wünschten sich Begegnungen mit Kindern, fieberten diesen Treffen geradezu täglich entgegen. Das sei auch ein Ersatz für die Begegnungen mit den eigenen Enkeln oder Urenkeln, die oft sehr weit weg lebten.

Seit Eröffnung beider Einrichtungen gibt es Begegnungen der Generationen, gewollt und gefördert von beiden Trägern. Auch bei den meisten der Kita-Kinder wohnen Oma oder Opa weit weg.

Ein ähnliches Konzept verfolgen die Pflegewohnzentrum Kaulsdorf-Nord gGmbH und die Jugendwerk Aufbau Ost gGmbH in Hellersdorf-Nord. Die JAO gGmbH eröffnet voraussichtlich im September eine neue Kita in einer neuen Seniorenwohnanlage in der Tangermünder Straße 30. Senioren und Kita-Kinder sollen gemeinsam spielen, lernen und entdecken.


Harald Ritter / hari
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