Gesobau will Gut Hellersdorf kaufen und entwickeln

Das Gut Hellersdorf ist ein Gewirr aus alten Gutsbauten und Baracken. Die Gewerbetreibenden hoffen auf eine Perspektive. (Foto: hari)

Hellersdorf. Das Gut Hellersdorf ist eines der letzten ungelösten Probleme aus der Wendezeit im Bezirk. Es ist kein Standort für Landwirtschaft mehr, funktioniert aber auch nicht als Gewerbegebiet.

Das Bezirksmuseum zeigt gegenwärtig eine Ausstellung zur Geschichte des Guts. Die Besucher werden aufgefordert, Ideen zur weiteren Entwicklung einzubringen.

Hauptproblem ist die Mischung aus denkmalgeschützten alten Gebäuden und barackenähnlichen Bauten aus der DDR. Es fehlt an moderner Infrastruktur und einer zeitgemäßen Vermarktung der Liegenschaft. Beides hat das Immobilienmanagement des Landes bisher nicht hinbekommen. Ein Drittel der Mietflächen steht leer und die Gewerbetreibenden vor Ort leben seit Jahrzehnten in Unsicherheit, wie es weitergeht.

Während der zurückliegenden zweieinhalb Jahrzehnte wurden mehrfach Pläne geschmiedet, aber niemals umgesetzt. Zuletzt meldete sich 2014 ein Künstlerpaar, das aus dem Gut einen Veranstaltungsort machen wollte. Es konnte aber kein Geld für Investitionen vorweisen.

Gleichfalls 2014 trat Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung, mit der Idee an die Öffentlichkeit, das Gut zusammen mit umliegenden Brachflächen zu entwickeln. Er wollte die Flächen zwischen Zossener und Gothaer Straße insgesamt Wohnungsgenossenschaften aus dem Bezirk anbieten. Diese sollten preiswert Grundstücke für den Wohnungsbau bekommen und im Gegenzug in die Entwicklung des Guts investieren. Diese Idee scheint jetzt der Senat umsetzen zu wollen, aber mit einer der großen landeseigenen Wohnungsgesellschaften. Die Gesobau kündigte im Februar im Zusammenhang mit einer Pressemitteilung zu Neubauvorhaben an, die Übernahme der Flächen zu prüfen. An einem Stadtentwicklungskonzept werde gearbeitet. 850 Wohnungen könnten entstehen.

„Der Vertrag mit der Gesobau steht vor der Unterzeichnung“, erklärt Gräff auf Anfrage. Der Bezirk habe einen Beitrag zur Entwicklung der Pläne durch eine Umfrage unter den Anwohnern geleistet, auch unter den Gewerbetreibenden im Gut. „Bei uns hat niemand nachgefragt“, sagt Mike Dummer, einer der langjährigen Gewerbemieter. Da werde wohl wieder ein Süppchen ohne die Mieter gekocht. hari
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