Leidenschaft und Kampfgeist: VfB Hermsdorf legt guten Saisonstart hin

Fatih Alkilic (rot) hat mit dem VfB Hermsdorf einen guten Saisonstart in der Landesliga hingelegt. (Foto: Michael Nittel)
Berlin: Sportplatz Seebadstraße |

Hermsdorf. Der VfB Hermsdorf ist gut in die neue Saison der Fußball-Landesliga gestartet. Nach dem achten Spieltag belegt die Truppe um Trainer Detlef Fitzek mit fünf Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen Platz zwei. Doch beim Berlin-Liga-Absteiger weiß man diese Platzierung sehr gut einzuordnen.

„Wir sind mit unserem Saisonstart zufrieden, ohne aber gleich euphorisch zu werden“, äußerte sich Sascha Krakowski, sportlicher Leiter beim VfB, zum Auftakt. „Die Tatsache, dass wir unsere letzten beiden Spiele erst in den Schlussminuten gewonnen haben, zeugt von Leidenschaft und großem Kampfgeist. Und genau das ist es, was wir von dieser Mannschaft sehen wollen.“

Sowohl beim 2:1-Erfolg gegen Hellas-Nordwest als auch beim 2:1-Sieg im letzten Ligaspiel gegen den FC Internationale hatte der VfB das Siegtor erst in der Nachspielzeit erzielt. „Es ist schön zu sehen, dass die Mannschaft an sich glaubt. Und das ist natürlich auch ein Erfolg unseres neuen Trainerteams um Detlef Fitzek, der es geschafft hat, den Negativtrend der letzten Saison und unseren Abstieg aus den Köpfen der Spieler zu verbannen und ihnen die Lust am Fußballspielen und am Gewinnen wiederzugeben. Wir alle wissen aber auch, dass das nur eine Momentaufnahme ist.“

Jeder kann jeden schlagen

In der Tat: Schließlich trennen den VfB Hermsdorf auf Platz zwei und den nächsten Gegner, den 1. FC Schöneberg, auf Rang zehn nur vier Punkte. In dieser Liga scheint jeder jeden schlagen zu können. Das weiß auch Krakowski: „Wir haben es doch schon am eigenen Leib erfahren: Gegen das Topteam, den souveränen Spitzenreiter Mahlsdorf, verlieren wir erst in der Nachspielzeit. Und gegen den Köpenicker SC, gegen den bisher alle anderen gewonnen haben, spielen wir nur Unentschieden.“

Ohnehin hatte man beim VfB ganz bewusst nach dem Abstieg aus Berlins höchster Spielklasse kein Saisonziel ausgegeben: „Wir haben rund 15 Jahre lang Spieler in Hermsdorf gehabt, die sehr eng mit dem Verein verbunden waren, nie ausgetauscht wurden, immer zusammengespielt haben. Das war der Schlüssel unseres Erfolges. Diese Spieler sind nun Senioren oder Ü40. Andere, talentierte Jungs, sind zu höherklassigen Klubs gegangen. Der VfB Hermsdorf befindet sich im Umbruch. Und dafür werden wir uns auch die Zeit nehmen.“ Für diese Aufgabe ist der neue Coach Detlef Fitzek genau der richtige Mann: „Er ist ein sehr kommunikativer Typ, der auf jeden zugeht, den Spielern sachlich und fachlich erklärt, was er von ihnen erwartet: Trainingsfleiß und Leidenschaft, aber auch Anstand und Etikette. Das gefällt mir gut.“

Sascha Krakowski weiß aber auch um die Gefahren des guten Saisonstarts: In der Berlin-Liga war der VfB Hermsdorf viele Jahre stets der Außenseiter. Nun sei man als Absteiger plötzlich Favorit. „Daran müssen sich die jungen Spieler bei uns erst einmal gewöhnen. Deshalb ist es wichtig, trotz Platz zwei nach acht Spieltagen jetzt nicht mit dem Träumen anzufangen.“

Der sportliche Leiter macht aber auch keinen Hehl daraus, dass der VfB diese Platzierung nicht kampflos aufgeben wird: „Lasst uns diese Saison einfach von Woche zu Woche schauen, was geht. Natürlich wollen wir so lange wie möglich da oben mitspielen. Aber von einem möglichen direkten Wiederaufstieg sollten wir erst einmal nicht sprechen.“ min
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