Karin Günther fertigt schöne Dinge aus Ton

Diese Stelen hat Karin Günther einst für eine Landesgartenschau gefertigt. (Foto: Ralf Drescher)

Johannisthal. Ein Bungalow im Garten am Akeleiweg, darin ein Elektroofen, eine Ecke mit Chemikalien und viele Regale. Hier hat Karin Günther ihre Keramikwerkstatt.

Die 54-Jährige ist Seiteneinsteigerin. Die gelernte Schiffselektrikerin hat viele Jahre bis zum bitteren Ende des Deutschen Fernsehfunks als Produktionsleiterin gearbeitet. "Im Garten meiner Eltern bei Rostock gab es eine Tonader, aus der wir Figuren geformt haben. Die haben natürlich nicht lange gehalten. Ich hätte schon gern damals mit Keramik gearbeitet, leider waren die Plätze in den entsprechenden Volkskunstzirkeln rar. Erst nach der Wende konnte ich Kurse belegen", erinnert sich Karin Günther.

In ihrer "Giftküche", der Ecke mit den Chemikalien, mischt sie die verschiedenen Glasuren zusammen. Glasur sowie Dauer und Temperatur im Brennofen entscheiden, wie haltbar die Stücke werden. Pflanzschalen, Töpfe und Stelen für den Garten zum Beispiel sollen ja jedes Wetter und Frost überstehen. "Deshalb haben alle Pflanzgefäße ein Loch, damit kein Wasser zurückbleibt und im Winter das gute Stück zersprengt", erzählt sie. Der Tod des Vaters war für Karin Günther Auslöser der Idee, individuelle Urnen zu fertigen. Die dürfen wiederum nicht zu haltbar sein, müssen sie sich doch entsprechend der Friedhofsvorschriften innerhalb von 20 Jahren im Boden auflösen. Sie fertigt auch Schmuckdosen, Gefäße für Kosmetik oder Schmuck für Regal oder Frühstückstisch, vieles nur auf Kundenwunsch.

Früher ist Karin Günther auch auf die klassischen Töpfermärkte gefahren, das hat sie inzwischen aufgegeben. "Da gab es Kollegen, die haben nicht verkauft, sondern die Waren ihrer Nachbarn fotografiert und im nächsten Jahr ähnliche Stücke angeboten", berichtet die Keramikerin. Blickfang in ihrem Garten sind mehrere Stelen, die sie für die Landesgartenschau Sachsen-Anhalt 2010 in Aschersleben gefertigt hat. Die waren allerdings nur Leihgaben und gingen später an die Künstlerin zurück.

Inzwischen verkauft Karin Günther ihre Waren nach dem Schneeballprinzip, fast jeder Kunde schickt irgendwann auch Freunde oder Kollegen vorbei. Außerdem bietet sie Kurse an, in denen Kinder und Erwachsene (fast) alle Geheimnisse der Keramikherstellung erlernen können.

Wissenswertes und Kontakt auch unter www.ammonit-ceramic.de.

Ralf Drescher / RD
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