Straße zu schmal: Ordnungsamt bemüht sich um Lösung

Herbert Grimm misst nach. Nur wenn die rechten Räder auf dem Bürgersteig stehen, bleiben drei Meter für die Durchfahrt der Straße frei. (Foto: Ralf Drescher)

Johannisthal. Der Breite Weg macht seinem Namen keine Ehre. Es handelt sich um eine schmale Anwohnerstraße in der Nähe des Sterndamms. Es gibt hier keinen Durchgangsverkehr. Am 17. Oktober passierte etwas Ungewöhnliches. Es hagelte es zahlreiche Knöllchen vom Ordnungsamt.

"Weil die Straße so schmal ist, parken wir seit Jahrzehnten mit den rechten Rädern auf dem Bürgersteig. Es gab mal ein Übereinkommen mit der Polizei, dass das nicht geahndet wird. Nun haben aber alle Anwohner, die so geparkt hatten, Knöllchen über jeweils 20 Euro bekommen", ärgert sich Anwohner Herbert Grimm.

Einer seiner Nachbarn, Hartmut Kasswan, kann sogar zwei Knöllchen vorweisen. "Mein Auto und das Fahrzeug meiner Frau haben beide eines bekommen, wir werden wohl zahlen müssen", meint der Nachbar.

Formaljuristisch hat das Ordnungsamt Recht, wie nach dem Besuch der Berliner Woche schnell klar wird. Nur wenn die Autos - verkehrswidrig - teilweise auf dem Gehweg parken, bleibt der vom Gesetzgeber geforderte Platz von drei Metern für vorbeifahrende Fahrzeuge frei. Schließlich müssen auch Feuerwehr oder Stadtreinigung passieren können.

Wenn am rechten Straßenrand geparkt wird, bleiben nur 2,30 Meter frei. An dieser Stelle dürfte auch ohne Verbotsschild überhaupt nicht geparkt werden. "Es kann aber nicht sein, dass wir unsere Fahrzeuge überhaupt nicht mehr im Wohngebiet abstellen können", meint Herbert Grimm, der seit 1980 im Breiten Weg wohnt und seitdem immer so parkt.

Beim Ordnungsamt ist das Problem der Anwohner inzwischen bekannt. Die bereits ausgestellten Knöllchen müssen natürlich erst einmal bezahlt werden. "Wir suchen aber gemeinsam mit dem Tiefbauamt nach einer Lösung. Es gibt Überlegungen, den nicht genutzten Mittelstreifen so umzubauen, das dort geparkt werden kann", erläutert Amtsleiter Michael Grunst.

Die Anwohner wollen sich jetzt auch Unterstützung bei der Bezirkspolitik holen. "Ich gehe mit Nachbarn in die Sprechstunde des Bürgermeisters und bitte ihn um Hilfe für unser Anliegen, das Parken vor unseren Häusern zu ermöglichen", sagt Herbert Grimm.

Technisch wäre übrigens möglich, dass teilweise auf dem Gehweg geparkt wird. Vor einigen Jahren wurde das Kleinpflaster des Bürgersteigs in Beton gelegt. Wenn das Parken dort angeordnet würde, wären also keine Schäden im Bereich des Fußwegs zu erwarten.


Ralf Drescher / RD
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