Früherer Rangierbahnhof Schöneweide wird für 35 Millionen Euro erschlossen

Senator Andreas Geisel (SPD) und Konzernbevollmächtigter Alexander Kaczmarek von der Deutschen Bahn bei der Vorstellung des Projekts. (Foto: Ralf Drescher)

Johannisthal. Seit 1998 hat der frühere Rangierbahnhof Schöneweide keine Funktion mehr. Jetzt soll er zur neuen Heimat für Innovation und Produktion werden.

Damit das 45 Hektar große Gelände fit für die neue Nutzung wird, investieren Deutsche Bahn und Land Berlin rund 35 Millionen Euro. Davon sind rund sieben Millionen Euro bereits in die Verlegung der Fernbahnstrecke geflossen. Die stadtauswärts führenden Gleise wurden wie schon das stadteinwärts führende Gleis neben der S-Bahntrasse verlegt und damit das Inseldasein der Fläche beendet. „Berlin braucht pro Jahr 20 Hektar für die Entwicklung von produzierendem Gewerbe. In zehn Jahren wären alle bereits erschlossenen Flächen verbraucht, deshalb benötigen wir Zuwachs wie hier in Schöneweide“, sagte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) bei der Präsentation des Projekts.

Auf dem früheren Bahngelände sind 33 Hektar Fläche für eine wirtschaftliche Entwicklung vorgesehen, davon 26 Hektar für produzierendes Gewerbe. Bereits 2017 soll die Vermarktung beginnen. Dabei können zur Ansiedlung bereite Firmen sogar einen eigenen Gleisanschluss bekommen.

Im Zentrum des Areals bleiben der über 100 Jahre alte Ringlokschuppen und der Wasserturm aus der Dampflokzeit erhalten. Hier werden auch künftig die Dampflokfreunde Berlin historische Eisenbahntechnik bewahren und von hier mit ihren Dampfloks und Wagen zu Nostalgiefahrten aufbrechen. Der Fortbestand des Vereinsgeländes wurde durch den Bebauungsplan abgesichert.

Dass bei der Entwicklung einer Gewerbefläche auch ökologische Aspekte zu beachten sind, zeigt die Aktion Zauneidechse. Da sich seit Stilllegung des Rangierbahnhofs Tausende der streng geschützten Tiere angesiedelt hatten, müssen sie jetzt "umziehen". Die Tiere werden unter wissenschaftlicher Begleitung eingefangen und im Landschaftspark Herzberge im Nachbarbezirk Lichtenberg eine neue Heimat erhalten. Allein diese Aktion ist mit einer Million Euro veranschlagt.

Zur besseren Erschließung des neuen Gewerbeareals soll ab 2019 die Straßenbahn von Adlershof zum Bahnhof Schöneweide verlängert werden. RD
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