Mit einem Musical blicken Jugendliche auf Schulgeschichte

Der Leistungskurs probt mit Lehrer Lothar Bösel. (Foto: Wrobel)
Berlin: Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium |

Karlshorst. Die Schüler des Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasiums bringen auch dieses Jahr ein Musical auf die Bühne des FEZ. Es ist das letzte unter der Regie von Lothar Bösel.

Der Musik-Unterricht am Coppi-Gymnasium am Römerweg ist schon etwas Besonderes. Hier können Schüler nicht nur im 70-köpfigen Chor singen, die besten Sänger schulen ihre Stimme zusätzlich im Kammerchor. Zu den Highlights gehört jedes Jahr die Musical-Produktion des Leistungskurses Musik. Hier erarbeitet ein Dutzend Schüler ein Drehbuch, schafft das Bühnen- und Kostümbild, sorgt für die richtigen Requisiten. Die neue Produktion heißt "Brandheiß" und wird ein einziges Mal aufgeführt. Die 550 Karten für die Vorstellung am 12. Februar waren bereits am ersten Verkaufstag restlos vergriffen.

"Jedes Musical war ein Unikat", sagt Musiklehrer Lothar Bösel. Diese Produktion ist die letzte unter seiner Regie. Nach zwanzig Jahren und 19 Produktionen will der 61-Jährige kürzertreten. "Auch deshalb ist es uns eine Ehre, mitzuwirken", sagt Mona Rüdiger. Die 17-jährige Schülerin spielt Cello und übernimmt eine Hauptrolle im Stück. "Wir haben einen Rückblick auf jedes einzelne Musical der letzten zwei Jahrzehnte eingebaut", sagt Mitschüler Jonas Seidel.

Dabei thematisieren die Gymnasiasten nicht nur die musikalische Geschichte ihrer Schule: Das Leitmotiv von "Brandheiß" ist nämlich ein abgebranntes Theater - damit beziehen sie sich die Jugendlichen auf ihre Schulturnhalle, in der vor anderthalb Jahren Feuer ausgebrochen war.

Zum Inhalt des Musicals: Theaterleiter Lu Van Boe, gespielt von Lothar Bösel, will mit einer sensationellen Musicalaufführung Geld für den Wiederaufbau einspielen. Er beauftragt seinen Enkel Jean, gespielt von Jonas Seidel, mit dem Casting. Die Bestechung der einberufenen Jury ruft einen Kommissar auf den Plan ...

Das Drehbuch entwickelte Schülerin Claudia Schwarze. "Wir arbeiten seit den Sommerferien an der Idee. Die kam uns bei der letztjährigen Klassenfahrt nach Köln", erzählt Mona Rüdiger. Als Straßenmusiker erprobten die Schüler damals ihr Können. Und haben selbst gleichgültige Passanten mit ihrem Auftritt überzeugen können. "Wir sind durch die Musical-Produktion fast zu einer Familie zusammengewachsen", sagt Mona. Mit keinem anderen Lehrer haben die Abiturienten so viel Zeit verbracht wie mit Bösel.

Der sagt: "Die Musicals sind eine tolle Sache. Es sind eben tolle Schüler." Doch er freue sich nun, mehr Zeit für seine Enkel zu haben. Und gibt den Leistungskurs in engagierte Hände. Künftig wird Lehrerin Steffi Stanislawski dieses Fach leiten.


Karolina Wrobel / KW
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