Christian Awe wird Kulturhaus zum Kunstwerk machen

Eine glückliche Handreichung für die Außengestaltung des Kulturhauses: Kulturstadträtin Kerstin Beurich (SPD) und Christian Awe. (Foto: Wrobel)

Karlshorst. Farbexplosionen und Collagen sind die Spezialität von Christian Awe. Der frühere Graffiti-Sprayer und heute in der internationalen Kunstszene bekannte Maler wird die Außenfassaden des Kulturhauses Karlshorst verschönern.

Das soll für eine angemessene Außenwerbung sorgen. Denn bislang war das Kulturhaus Karlshorst, das sich mitten in einem Handels- und Dienstleistungszentrum befindet, von außen gar nicht als solches zu erkennen. Es gab es keinen Hinweis, dass in dem Gebäude in der Treskowallee 112 jede Woche Theaterinszenierungen, Lesungen und Konzerte stattfinden. Das soll ab März dieses Jahres anders werden. Drei großflächige Bilder sollen jeweils an der Dönhoffstraße und auf der Parkplatzseite des Kulturhauses entstehen. Ein solches Triptychon wird jeweils 150 Quadratmeter Fläche messen. Jedes einzelne Bild wird etwa acht Meter hoch sein. "Die Wandbilder werden auch angestrahlt werden", erklärt der Künstler Christian Awe. Das soll das Kulturhaus auch nachts ins rechte Licht rücken. Zusätzlich werden kleine Farbkleckse auf den Fußgängerweg vor dem Kulturhaus aufgebracht. Sie sollen die Besucher zur hinteren Seite des Gebäudes führen, wo sich der Haupteingang zum großen Saal befindet.

Im Sommer soll die Neugestaltung des Kulturhauses dann mit einem großen Fest gefeiert werden. "Die Bilder sollen alle Künste repräsentieren: von Musik bis zum Theater sollen sie als Fragmente zu sehen sein", erklärt Christian Awe. Der Lichtenberger hatte bereits im vergangenen Jahr in der Frankfurter Allee 192 für Aufsehen gesorgt, als er die dortige Plattenbau-Fassade mit einem 500 Quadratmeter großem Bild verzierte.

Der 1978 geborene Künstler wuchs in Lichtenberg auf und kam als Jugendlicher durch die Graffiti-Kunst zur Malerei. Später studierte er an der Universität der Künste als Meisterschüler des weltbekannten Künstlers Daniel Richter und verbuchte seitdem zahlreiche Einzelausstellungen in Galerien und Museen.

"Meine Vision ist es, bis zur Internationalen Bauausstellung im Jahr 2020 ein Open Air Museum zu gestalten, das 20 solcher großen Wandbilder zählt." Bis dahin sucht Christian Awe nach geeigneten Flächen und interessierten Hausbesitzern und Einrichtungen.

Für Kulturstadträtin Kerstin Beurich (SPD) ist der Künstler ein Glücksgriff. Denn bis zuletzt gab es zahlreiche bauliche Querelen am Kulturhaus Karlshorst. Erst kürzlich mussten Risse an der Wand der Galerie ausgebessert werden. Mit der künstlerischen Neugestaltung der Fassade kann das Kulturhaus neu an den Start gehen.

"Kennen gelernt habe ich Christian Awe und seine Kunst bei der vergangenen Langen Nacht der Bilder", sagt Beurich. Sie besuchte damals sein Atelier und stöberte in den farbigen Arbeiten. "Ich bin froh über die Zusammenarbeit mit dem Künstler, aber auch über die Zusammenarbeit mit dem Hauseigentümer des Kulturhauses", so Beurich.

Denn das Bezirksamt mietet die Kulturräume. Ein Teil der Werbefläche an der Fassade wird vom Eigentümer nun kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für die Realisierung des Großkunstwerks wendet der Bezirk eine fünfstellige Summe auf.


Karolina Wrobel / KW
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