Durchfahrtssperre in Ehrenfelsstraße nicht mehr aktiviert

Der Poller in der Ehrenfelsstraße bleibt jetzt in der Erde - und der Blumenkübel hoffentlich stehen. (Foto: Wrobel)

Karlshorst. Eigentlich sollte der Poller in der Ehrenfelsstraße dazu dienen, die Straße für den Durchgangsverkehr zu sperren. Weil sich die Autofahrer davon aber oft nicht beeindrucken ließen und der Poller ständig nur Kosten verursachte, sucht das Bezirksamt nun nach anderen Lösungen.

"Wir werden den Poller nicht wieder aktivieren", sagt der Stadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU). "Von 2011 bis 2013 sind uns durch den Poller rund 61.000 Euro an Kosten entstanden. Das geht langsam ins Lächerliche."

Hintergrund: Ursprünglich ließ das Bezirksamt den Poller aufstellen, um den Durchgangsverkehr aus der Ehrenfelsstraße zu drängen. Auf dem angrenzenden Platz vor dem Theater und der Musikschule findet zwei Mal wöchentlich ein Markt statt. Durchfahrende Autos stören da, außerdem mindern sie die Aufenthaltsqualität auf dem Platz. Der Poller sollte für Abhilfe sorgen, lediglich die Linienbusse der BVG durften die Ehrenfelsstraße noch passieren. Auf Knopfdruck konnte der Busfahrer die metallene Durchfahrtssperre ferngesteuert im Boden versenken und anschließend wieder aufrichten.

"Immer wieder passierte es, dass hinter dem Bus fahrende Pkw die Möglichkeit zur Durchfahrt gleich noch mitnutzen wollten", berichtet Stadtrat Nünthel. Mit erheblichen Folgen, wenn sie nicht schnell genug waren: Zwar besitzt der Poller eine Schutzvorrichtung, die das Aufrichten bei Widerstand automatisch stoppt. Doch die Wucht des Blechkontaktes hinterließ nicht nur Schrammen. Mehrmals wurde der Poller stark beschädigt. Immer wieder mussten Mechaniker anrücken.

Etwa 23.000 Euro kostete allein der Einbau des Pollers, für Reparatur und Wartung kamen in den vergangenen Jahren noch einmal fast 26.000 Euro hinzu. "Die circa 10 000 Euro für die jüngste Reparatur sind in dieser Summe noch nicht enthalten", sagt Nünthel. Fast unerheblich sind im Vergleich die Kosten für den Betrieb der Straßensperre: Der Strom kostete bislang lediglich rund 800 Euro.

Auf einem Großteil der Rechnungen bleibt der Bezirk sitzen. Denn nicht jeder Schadensverursacher ließ sich ermitteln. "Wir konnten lediglich 13 000 Euro einnehmen", weiß Nünthel aus der Pollerkosten-Statistik.

Der Stadtrat hat der unerfreulichen Geschichte nun ein Ende bereitet: Die Sperre bleibt dauerhaft im Boden. "Es hat sich gezeigt, dass der Poller hier keine Lösung bringt. Eine Alternative wäre es, Bodenkissen zu installieren. Die müssten die Busfahrspuren allerdings aufnehmen, um den Wagen das Passieren zu ermöglichen."

Wenn damit die privaten Fahrzeuge draußen bleiben, profitieren vielleicht auch die Nachbarn des Pollers: die Blumenkübel. Denn auch die wurden von den Autofahrern in regelmäßigen Abständen umgefahren. Ihre wiederholte Erneuerung kostete das Bezirksamt bislang über 1000 Euro.


Karolina Wrobel / KW
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