Eingestürztes Brückenteil wird aus Karlshorster Bahnhofshalle geborgen

Karlshorst. Lange suchten Spezialisten nach einer Möglichkeit, das eingestürzte Brückenteil im S-Bahnhof Karlshorst zu bergen. Beim Unglück war ein Bauarbeiter so schwer verletzt worden, dass er verstarb. Nun gibt es ein Bergungskonzept.

Seit dem 12. Oktober 2013 liegt das 7,5 Tonnen schwere Brückenteil in der Karlshorster Bahnhofshalle, die mit Gittern abgesperrt ist. Blumen und Kerzen vor den Gittern erinnern an den Bauarbeiter, der am Unfalltag zusammen mit zwei anderen Arbeitern von der Brücke sechs Meter in die Tiefe mitgerissen wurde. Der 42-Jährige Neuköllner starb, seine Kollegen wurden schwer verletzt.

Monatelang blieb der Unglücksort unverändert. Die Deutsche Bahn musste für das tonnenschwere Brückenteil erst ein Bergungskonzept entwickeln. Für die Fahrgäste der S-Bahn bedeutete das lange Wege zum hinteren Bahnsteig-Zugang.

Im März soll die Eingangshalle nun wieder geöffnet werden, informiert die Deutsche Bahn. Man habe sich mit Fachleuten auf ein Bergungsverfahren geeinigt. Das abgestürzte Brückenteil, das als Fußgängersteg gedacht ist, soll wie geplant eingebaut, zuvor aber komplett auf den Boden herabgelassen werden. Erst dann können Bauspezialisten die Schäden begutachten, die das beim Versuch des Einhebens abstürzende Stahlteil hinterlassen hat.

Die Bergungsarbeiten beginnen Mitte Februar, Anfang März soll der Fußgängersteg dann eingebaut werden. Der Zugverkehr werde von den Arbeiten nicht beeinträchtigt, so die Bahn. Mit der Fußgängerbrücke und einem Aufzug erhält der S-Bahnhof Karlshorst über die Treskowallee einen zusätzlichen barrierefreien Zugang. Die historische Brücke über die Treskowallee wird damit komplett modernisiert sein.

Das Verkehrsnadelöhr unter dem Viadukt wurde von 15 auf 31 Meter erweitert und somit Platz geschaffen für vier Fahrspuren, Gehwege und die Straßenbahn. Das gesamte Vorhaben kostet die Deutsche Bahn rund 20 Millionen Euro. Die Neuordnung des Verkehrs unter der Brücke wird sich aber wohl noch bis zum Jahr 2019 hinziehen.


Karolina Wrobel / KW
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