Gedenktafel erinnert an SPD-Politiker Erich Ollenhauer

Jan Stöß, Chef der Berliner SPD, Kulturstadträtin Kerstin Beurich, Frank-Walter Steinmeier und Ralf Wieland (SPD), Präsident des Abgeordnetenhauses. (Foto: KW)

Karlshorst. Erich Ollenhauer (1901-1963) war eine der führenden Persönlichkeiten in der Geschichte der SPD. Anlässlich seines 50. Todestages enthüllten Parteigenossen an seinem ehemaligen Wohnsitz in der Trautenauer Straße 6 eine Gedenktafel.

"Erich Ollenhauers Platz im SPD-Geschichtsbuch ist ein besonderer", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in seiner Rede anlässlich der Enthüllung des Gedenksteines zu Ehren des 1963 verstorbenen Politikers. Das politische Wirken Ollenhauers sei als "historische Klammer" zwischen Otto Wels - der sich mit seiner Reichstagsrede 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz wandte - und Bundeskanzler Willy Brandt zu verstehen. "Erich Ollenhauer ist das Bindeglied zwischen diesen beiden Säulen der Sozialdemokratie", so Steinmeier.

Am 13. Dezember enthüllten SPD-Politiker, darunter neben Steinmeier auch der Landesvorsitzende der Berliner SPD, Jan Stöß, der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, und die Lichtenberger Kulturstadträtin Kerstin Beurich in Gedenken an Erich Ollenhauer die Tafel, die nun an dessen ehemaligem Wohnort in der Trautenauer Straße 6 hängt.

Dort lebte der Politiker, der später zwei Mal für das Amt des Bundeskanzlers kandidieren sollte, von 1924 bis 1932. Ollenhauer wurde 1933 in den SPD-Vorstand gewählt und sorgte mit für den Fortbestand der sozialdemokratischen Gemeinschaft: im Exil, zunächst von Prag aus, dann aus Paris und später aus London. "Er war einer derjenigen, die den Weg der Nationalsozialisten nicht mitgegangen sind und die ihre Heimat verloren haben", sagte Fank-Walter Steinmeier in seiner Rede. 1946 kehrte Ollenhauer nach Deutschland zurück, wirkte am Wiederaufbau der SPD mit und wurde Stellvertreter von Kurt Schumacher.

Ollenhauers Rolle nach dem Krieg dürfe nicht unterschätzt werden, so Außenminister Steinmeier, auch wenn Ollenhauer stets - zunächst als Stellvertreter von Kurt Schumacher und dann im Schatten des Kanzlers Konrad Adenauer (CDU) - die Nummer Zwei blieb.

Mit ihrer Neuorientierung durch das "Godesberger Programm" im Jahr 1959 legte die SPD den Grundstein für das politische Wirken von Willy Brandt. Drei Monate vor seinem Tod wurde Erich Ollenhauer zum Vorsitzenden der Sozialistischen Internationalen gewählt.


Karolina Wrobel / KW
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