Auch das zweite Berliner Windrad steht im Bezirk Pankow

Vertreter aus Politik und Wirtschaft bei der Inbetriebnahme des Windrades: Mit dabei war Staatssekretärin Iris Gleike (Mitte). (Foto: Schietzelt/BA Pankow)

Karow. Auch das zweite Berliner Windrad in Berlin dreht sich im Bezirk Pankow. Offiziell vorgestellt wurde es vor wenigen Tagen von den Geschäftsführern der "NEB Neue Energie Berlin", Frank Vach und Peter Weber, im Beisein von Iris Gleike (SPD), der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Das Windrad steht in der Nähe der Straße Am Luchgraben und Bundesstraße B2 an der Grenze zum Land Brandenburg. Bis es dort gebaut werden und in Betrieb gehen konnte, war es ein langer Weg voller Hürden. Die NEB hatte bereits 2008 das erste Berliner Windrad in Betrieb genommen. Dieses steht am Pankower Autobahndreieck. Schon damals hatte das Unternehmen mit erheblichen Widerständen aus dem Senat zu kämpfen. Aber auch Umweltschützer hatten Vorbehalte. Dass das Vorhaben doch umgesetzt werden konnte, war vor allem der vehementen Unterstützung der Pankower Bezirkspolitiker zu verdanken.

Viele Befürworter der Windkraftanlagen verstehen vor allem eines nicht: Nur wenige Meter von der Berliner Stadtgrenze entfernt stehen auf geeigneten Flächen auf Brandenburger Gebiet schon etliche Windräder. Warum tut sich Berlin damit so schwer, auf einigen geeigneten Flächen an den Stadträndern ebenfalls Windräder zuzulassen? Wie schwer es ist, die Landespolitik und die Genehmigungsbehörden vom Bau von Windsrädern zu überzeugen, merkten Vach, Weber und ihre Kollegen sowie die sie unterstützenden Pankower Bezirkspolitiker auch beim zweiten Windrad. Noch 2008 wurde bereits nach einem weiteren Windradstandort gesucht, der 2009 schließlich Am Luchgraben/ B2 gefunden wurde. 2009 und 2010 sind dann alle nötigen Unterlagen erarbeitet und eingereicht worden. Im September 2010 stellte NEB sein neues Windradprojekt bei den Genehmigungsbehörden in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz vor. Drei Monate später wurde der Genehmigungsantrag eingereicht. Weil sich daraufhin erst einmal gar nichts tat, reichte die NEB eine Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht ein.

Im August 2012 gab es von der Senatsverwaltung daraufhin einen negativen Bescheid. Das Windrad stehe den Umweltschutzbelangen des Landschaftsparks Neue Wiesen entgegen, hieß es in der Begründung. Die NEB beschritt daraufhin den juristischen Weg, wollte ihr Baurecht durchsetzen. Nach einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Berliner Verwaltungsgerichts gab es Ende Oktober 2013 endlich grünes Licht aus dem Senat.

Im März konnte schließlich mit dem Bau begonnen werden, und im September startete der Probebetrieb. Nachdem dieser erfolgreich abgeschlossen war, konnte das Windrad vor wenigen Tagen offiziell in Betrieb gehen.

Die neue Windkraftanlage an der Bundesstraße 2 ist 186 Meter hoch. Mit einem Rotordurchmesser von 82 Metern kann sie eine Leistung von 2300 Kilowatt aus der Kraft des Windes erzeugen. Damit ist eine jährliche Energieproduktion von fünf Millionen Kilowattstunden möglich. In die Anlage wurden 3,4 Millionen Euro investiert.


Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.