Richtfest fürs Dreimädelhaus

Für das neue Dreimädelhaus konnte jetzt Richtfest gefeiert werden. Bauherr Marcel Chartron freut sich über den raschen Baufortschritt. (Foto: Bernd Wähner)
 
Suckow-Nachfahrin Evita Baumberger überraschte Marcel Chartron zum Richtfest mit einem historischen Familienfoto. (Foto: Bernd Wähner)

Karow. Nur fünf Monate nach Baubeginn konnte für das neue Dreimädelhaus Richtfest gefeiert werden. Dort soll nach Abschluss der Bauarbeiten unter anderem die Geschäftsstelle der Bürgerstiftung Karow einziehen.

Der dreigeschossige Neubau entsteht an der Ecke Alt-Karow 52/Ecke Frundsbergstraße. Dieses Grundstück lag viele Jahre brach und verwilderte. Dabei stand hier einmal einer der beliebtesten Treffs der Karower: das Dreimädelhaus.

In den Jahren 1891/92 war hier zunächst ein Wohnhaus mit Laden errichtet worden. Um 1904 erwarb Wilhelm Suckow das Gebäude und eröffnete eine Gaststätte. Weil Suckow drei Töchter hatte, nannte er sie „Dreimädelhaus“. Diese Restauration war in Karow äußerst beliebt.

Bis Anfang der 60er-Jahre stand das Haus. Irgendwann wurde es abgerissen. Wann, ließ sich bis heute nicht herausfinden. Die Immobilie geriet in Vergessenheit. Vor einigen Jahren erwarb Marcel Chartron das Grundstück. Die Chartrons leben seit über 120 Jahren in Karow. Ihre Vorfahren kamen vor etwa 320 Jahren als Hugenotten in die Region. Ende des 19. Jahrhunderts zog die Familie nach Karow. Hier kauften Marcel Chartrons Ur-Urgroßeltern 1895 Grundstücke und errichteten in Alt-Karow 28 ein Haus. Auf diesem Grundstück betreiben Marcel und sein Bruder Jörg heute einen Elektronikfachmarkt.

Marcel Chartron gründete 2008 die Bürgerstiftung Karow. Diese unterstützt gemeinnützige Projekte im Ortsteil, organisiert Feste, wie zum Beispiel jedes Jahr ein Fest zum Kindertag und sie kümmert sich um die Entwicklung der Stiftungswiese im Ortsteil.

Gemeinsam mit seinem Bruder beschäftigte sich Marcel Chartron auch intensiv mit der Geschichte Karows. Dabei wurde er auch auf die des Grundstücks Alt-Karow 52 aufmerksam. Er entschloss sich, auf der Brache ein neues Gebäude ganz im Stile des einstigen Dreimädelhauses zu errichten. Dafür gab es grünes Licht vom Bezirksamt.

Zum Richtfest konnte der stolze Bauherr jetzt sogar Evita Baumberger begrüßen. Sie ist eine Enkelin von Wilhelm Suckow. Deren Mutter war Horita Wolf, geborene Suckow (1924-2010). Bereits mit zwölf Jahren half sie in der Gaststätte ihres Vaters aus. Sie spülte Gläser und servierte Molle und Korn, wenn sie gebraucht wurde.

Später ist sie dann in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Sie war im Westteil Berlins jahrzehntelang in der Gastronomie und in der Hotellerie tätig. Sie brachte es bis zum Bezirksmeisterin der Hotel- und Gaststätteninnung, berichtet Evita Baumberger. Zum Richtfest brachte die Nachfahrin dem Bauherrn ein ganz besonderes Bild mit. Es zeigt die gesamte Familie Suckow mit den drei Mädels.

Dass auf dem 177 Quadratmeter großen Grundstück nun ein Haus im Stile des alten entsteht, freut die Enkelin des einstigen Wirtes sehr. Zwar wird im Neubau keine Gaststätte entstehen, aber dafür erhält hier die Bürgerstiftung Raum. Außerdem soll im Haus eine kleine Pension Platz finden, und Wohnraum wird auch geschaffen, erklärt Marcel Chartron. BW

Weitere Informationen zum Bauvorhaben Dreimädelhaus gibt es unter  24 61 45 15.
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