Für eine Grünpflege fehlen Mitarbeiter und das Geld

Die alte Bergahornallee verband einst Karow und Schwanebeck. Auf den Wiesen wächst das Unkraut meterhoch. (Foto: BW)

Karow. Der Park "Arboretum" entlang der alten Bergahornallee, die Karow und Schwanebeck verband, ist eine der Grünanlagen, die kaum bekannt sind.

Diese Grünanlage befindet sich im Bereich Haduweg und Zum Kappgraben. Als das Neubaugebiet Karow-Nord in den 90er-Jahren gebaut wurde, ist dieser Park angelegt worden. Die Garten- und Landschaftsarchitekten ließen sich einiges für ihn einfallen. Auf einer Stele am Parkeingang kann man lesen, dass hier ein Arboretum mit einheimischen Gehölzen angelegt wurde. Des Weiteren wurde ein Spielplatz für Kinder gebaut. Auf der Fläche befinden sich ein kleiner Eichenwald und eine Mammutbaumgruppe. Auch ein kleiner Obstbaumgarten ist angelegt worden. Man findet dort außerdem Fächerblattbäume, Scharlacheichen, Blutbuchen und Trauerweiden. Rückgrat des Parks ist aber das Relikt der alten Bergahornallee.

1998 war dieser Park mit einigem Brimborium eingeweiht worden, informiert Leser Günter Schulz die Redaktion der Berliner Woche. Aber inzwischen verkommt diese Grünfläche. Vielleicht einmal im Jahr komme ein Mitarbeiter des Grünflächenamts vorbei, um mit einem Rasentrimmer das 1,50 Meter hohe Unkraut niederzumähen. Der Park sei inzwischen eher ein Hundeauslaufgebiet als eine Erholungsanlage. Hinzu kommt, dass auch die dort stehenden Abfallbehälter nur selten geleert werden. Die Stele am Parkeingang ist total beschmiert. Man kann die Schrift kaum noch erkennen.

Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) weist auf Anfrage der Berliner Woche darauf hin, dass aufgrund der Haushaltssituation im Land die Sach- und Personalmittel für die Erfüllung der kommunalen Aufgaben im Bezirk nur noch eingeschränkt bereitgestellt werden. So können sich die zuständigen Bezirksamtsmitarbeiter nur noch auf die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben konzentrieren. Kinderspielplätze und Straßenbäume stehen da im Vordergrund. Für andere Pflege- und Unterhaltsmaßnahmen ist folglich nicht immer genug Geld vorhanden.

Diese finanziellen Einschränkungen machen sich auch in der Karower Grünanlage bemerkbar, so Kirchner. Die Pflege musste auf die unterste Stufe heruntergesetzt werden. Das heißt: Es findet nur noch ein Pflegegang im Jahr statt, erklärt der Stadtrat. Kirchner weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es in Grünanlagen mit unterster Pflegestufe natürlich hilfreich ist, wenn die Nutzer Rücksicht und Eigenverantwortung walten lassen.


Bernd Wähner / BW
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