Schüler gestalteten Karower Tunnelwände

Silvia Zielke und Heiko Puls von der Deutschen Bahn, Wolfgang Horn, der Künstler Kobe und Marcel Kröner von der Robert-Havemann-Schule. (Foto: BW)

Karow. Der Nordausgang des S-Bahnhofs Karow ist mit Graffiti-Kunstwerken neu gestaltet worden. Für dieses Projekt hatte sich die Einwohnerinitiative Karow in Zusammenarbeit mit dem Karower Straßensozialarbeiter-Team des Vereins Outreach eingesetzt.

Viele Jahre setzte sich die Einwohnerinitiative dafür ein, dass der S-Bahnhof Karow endlich einen zweiten Ausgang erhält. Im Sommer 2011 konnte dieser endlich eröffnet werden. S-Bahnsteig und Bahnhofsvorplatz sind mit einem Tunnel verbunden, der über eine Treppe zu erreichen ist. Die Bahn ließ die Wände von Tunnel und Treppenaufgang zunächst weiß streichen. "Schon wenige Tage nach der Einweihung waren die Wände mit illegalen Graffiti beschmiert", berichtet Wolfgang Horn, der Vorsitzende der Einwohnerinitiative.

Deshalb regte er an, die Wände farblich zu gestalten. Die Bahn ließ daraufhin an den Tunnelwänden Piktogramm-Tafeln anbringen. Aber auch diese blieben nicht lange von Schmierereien verschont. Gemeinsam mit dem Karower Outreach-Team entwickelte er deshalb die Idee, Tunnel- und Treppenaufgangswände mit künstlerischen Graffiti zu gestalten. Nach längeren Gesprächen stimmte die Deutsche Bahn AG dieser Idee zu. Umgesetzt wird sie nun in zwei Etappen. Seit dem Sommer gestalteten zunächst Schüler der Robert-Havemann-Oberschule gemeinsam mit dem Künstler Kobe 36 großformatige Tafeln. Auf diese sprühten sie Motive, die aus ihrer Sicht typisch für den Ortsteil sind.

Die Tafeln wurden an Aufhängungen angebracht, die die Deutsche Bahn-AG an die Tunnelwände montieren ließ. So können die Tunnelbenutzer jetzt an einer 30 Meter langen Graffiti-Galerie vorbeilaufen. Im zweiten Projektteil fertigen junge Karower Graffiti-Künstler, mit denen das Outreach-Team Kontakt hat, Wandbilder für den Treppenaufgang zwischen Tunnel und Bahnsteig an. Dass das Projekt umgesetzt werden konnte, ist aber nicht nur den Initiatoren, den jungen Künstlern und der Deutschen Bahn AG zu verdanken. Unter anderem spendete die BVG 1000 Euro für das Projekt. Die Niederbarnimer Eisenbahn-AG stellte 300 Euro zur Verfügung. Die SPD-Nordost, der Verein der Bundestagsfraktion der Linken sowie Gewerbetreibende aus dem Umfeld beteiligten sich ebenfalls mit Spenden. Vom Geld wurden Sprühdosen gekauft.


Bernd Wähner / BW
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