Schulen platzen aus allen Nähten: Bezirksamt bekommt Raumprobleme nicht in den Griff

An der Kiekemal-Grundschule meldeten Eltern viel mehr Kinder zur Einschulung an, als Platz in dem Gebäude vorhanden ist. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Grundschulen in den Siedlungsgebieten platzen aus allen Nähten. Auch in diesem Jahr sind die Anmeldungen zur Einschulung wesentlich höher als die Zahl der vorhandenen Grundschulplätze.

Die Gründe für den Platzmangel in den Grundschulen liegen auf der Hand. Viele junge Paare mit Kindern zogen in den zurückliegenden Jahren in den Bezirk. Der anhaltende Mangel an Kita-Plätzen gerade in den Siedlungsgebieten ist dafür ein Beleg. In den Schulen wurde bislang einfach eine Klasse pro Jahrgang mehr eingerichtet, als es die Platzkapazitäten eigentlich zuließen.

An der Kiekemal-Grundschule am Hultschiner Damm wurden bis Anfang Februar 116 Kinder zur Einschulung angemeldet. Das sind rund viereinhalb Klassen. Räume sind aber nur für maximal drei Klassen pro Jahrgang vorhanden. „Wir haben noch einen Raum in Reserve, in dem wir eine Klasse theoretisch unterbringen könnten“, sagt Schulleiterin Katrin Bloch. Dann wären aber die Möglichkeiten zur Arbeit in geteilten Gruppen eingeschränkt. „Außerdem befürchte ich, dass wir im nächsten Schuljahr vor dem gleichen Problem stehen“, erklärt sie.

Die Eltern sind inzwischen alarmiert. Im Dezember wandten sie sich mit der Bitte um Lösungen an das Schulamt und die Schulverwaltung des Senats. Im Januar beschloss die Gesamtelternvertretung einstimmig, die Aufstockung der Schülerzahlen zu verhindern. Sie wandten sich an die Bezirksverordnetenversammlung und suchten den Schulterschluss mit anderen Grundschulen im Siedlungsgebiet. Die Ulmen-Grundschule und die Schiller-Grundschule haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

Matthias Hellmig, Vorsitzender der Gesamtelternvertretung, schlug vor, auf dem Areal der ehemaligen Elsengrund-Schule als Übergang Schulcontainer aufstellen. „Das ist jedenfalls besser, als die Kinder aus dem südlichen Siedlungsgebiet mit Bussen zu Schulen in Marzahn zu bringen.“ Den Vorschlag verwarf das Schulamt sogleich. Container dürften nur in unmittelbarer Nähe eines in Betrieb befindlichen Schulgebäudes genutzt werden. Außerdem befinde sich das Grundstück in der Verwaltung durch das Berliner Immobilienmanagement (BIM) und eine Rückübertragung an den Bezirk würde dauern. hari
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