Abgeordnete beraten über Umwidmung des Wernerbades

Das Wernerbad ist längst von Unkraut überwuchert. Die Gebäude verfallen. (Foto: hari)

Kaulsdorf. Das Abgeordnetenhaus diskutiert derzeit über eine Senatsvorlage, das Wernerbad aus den Berliner Sportflächen herauszunehmen. Sollte das Parlament einer Umwidmung zustimmen, wäre der Weg frei zum Verkauf und zur Umgestaltung des ehemaligen Freibades zu einer Wohnanlage für Demenzkranke.

Nur B’90/Die Grünen lehnen die Pläne weiter ab. Die Fraktion hat in der Bezirksverordnetenversammlung den Antrag gestellt, die laufenden Bebauungsplanungen im Stadtplanungsamt so zu ändern, dass die vorgesehene Bebauung mit der Wohnanlage zumindest schwierig wird. Eigentlich möchte die Partei aus dem Wernerbad einen Park mit Teich machen. Im vergangenen Jahr teilte Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) den Bäderbetrieben mit, dass der Bezirk gegen eine Umnutzung des Wernerbades nichts einzuwenden habe. Es blieben nur einige offene Fragen wie die weitere Zugänglichkeit des Geländes für die Öffentlichkeit und die Verwendung des Verkaufserlöses für das Wernerbad. Der Bezirk wünscht, dass das Geld in die Sportinfrastruktur des Bezirks investiert wird, vielleicht in ein eigenes neues Freibad.

Die Senatsvorlage macht darauf nur wenig Hoffnung. Über die Verwendung des Verkaufserlöses entscheidet allein der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe, heißt es in der Vorlage. Nur der Erlös für eine kleine Teilfläche sei zwischen Bezirk und BBB verhandelbar. Dabei handelt es sich um die Tennisanlage, die schon vor Jahrzehnten von dem Gelände des Freibades abgetrennt wurde. Das Bezirksamt sucht gegenwärtig nach einer Ersatzfläche für die Tennisspieler vom SC Eintracht Berlin.

Die Bebauungsplanungen im Bezirksamt laufen darauf hinaus, den Bau der Wohnanlage zu ermöglichen. "Wenn wir das Geld hätten, würden wir das Gelände kaufen, um eine öffentliche Grünanlage zu schaffen", sagt Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. Das sei angesichts der Finanzlage ausgeschlossen.

Gegenwärtig läuft im Stadtplanungsamt die Auswertung des ersten Schrittes der Beteiligung der Öffentlichkeit für das Wernerbadgelände. In einem Workshop mit dem Bezirksamt hat der Projektentwickler der künftigen Wohnanlage zugesagt, dass das Gelände mit dem Wernersee zumindest von der östlichen Seite der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Es gibt einen Architektenentwurf und mehrere Interessenten für den Betrieb der Wohnanlage. Noch fehlt ein Investor, der das Gelände kaufen und die Anlage finanzieren will.


Harald Ritter / hari
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