Verordnete stimmen für mobile Container-Sporthalle

Die marode Turnhalle haben Kinder stets vor Augen, wenn sie sich in den Pausen auf dem Trampolin vergnügen. (Foto: Schubert)

Kaulsdorf. Seit Schuljahresbeginn findet der Sportunterricht der Franz-Carl-Achard-Grundschule in der Halle der Elsengrund-Schule statt. Die eigene Sporthalle bleibt gesperrt. Nun will der Immobilienstadtrat die Jungen und Mädchen in einem Container turnen lassen - und erhält für seinen Vorschlag Rückendeckung.

Es ist immer der gleiche beschwerliche Akt: Wenn die kleinen Besucher der Achard-Schule zum Sportunterricht wollen, müssen sie einen Bus besteigen. Er befördert sie zur 2,4 Kilometer entfernte Elsengrund-Schule in Mahlsdorf. Sie verfügt noch über eine funktionierende Turnhalle. Die Sporthalle der Archard-Grundschule an der Adolfstraße, ein heruntergekommener Anbau, bleibt dagegen gesperrt. Sie dient den Kindern seit August 2012 höchstens noch als Deckung beim Versteckspiel.

Diese Misere möchte die Bezirksverordnetenversammlung nun beenden. Und unterstützt einen Vorschlag, den Immobilienstadtrat Stephan Richter (SPD) ins Spiel brachte: Die Errichtung einer Container-Turnhalle auf dem Schulgelände.

Zwischen 400 000 Euro und 1,6 Millionen Euro schätzt Richter die Kosten für eine solche Sporthalle. Die große Preisspanne hat mit den vielen Qualitätsunterschieden zu tun. "Die günstigen Varianten sind in etwa so hoch wie die Kosten, die derzeit für den Busverkehr zur Elsengrund-Schule anfallen", argumentiert Richter.

Das letzte Wort wird aber das Schulamt haben. Es wurde jetzt von den Bezirksverordneten beauftragt, die Errichtung einer solchen Containersporthalle in Fußnähe zur Schule zu prüfen. Kommt von dort das Einverständnis, könnte der Container rasch bereitstehen.

Weiterhin Kopfzerbrechen bereiten die beiden Dächer des Hauptgebäudes der Schule. Sie sind baufällig und erhalten während der Herbstferien als Notlösung zusätzliche Träger zur Abstützung.

Der grundsätzliche Misstand wird damit aber nicht behoben. Wie die Berliner Woche berichtete, wurde der Holzbock-Befall bei der letzten Herrichtung nicht gestoppt. Außerdem trugen die Arbeiter damals zu viel von den Holzbalken im Dach ab, so dass sie nun dünner sind. Zu dünn, wenn man bedenkt, dass sie seitdem schwerere Dachziegel tragen müssen als zuvor.

Laut mehrerer Gutachten, die Richter vorliegen, wäre es sinnvoll, alle Dächer komplett neu aufzubauen, statt sie nur zu sanieren. "Die Kosten wären nur minimal höher. Und wir hätten den Vorteil, dass wir das Dach ausbauen könnten, wenn der Platzbedarf steigt."

Richter setzt nun große Hoffnungen darin, dass 2014 die Mittel aus dem Schul- und Sportstättenprogramm des Landes noch einmal verdoppelt werden wie es 2012 und 2013 geschah. "Dann hätte wir die nötigen zweieinhalb Millionen Euro, die wir brauchen."


Thomas Schubert / tsc
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