Vivantes prüft Eröffnung einer Babyklappe in Kaulsdorf

Kaulsdorf. Nach dem qualvollen Tod eines Babys in Hellersdorf ist die Forderung nach einer Babyklappe aufgekommen. Arche-Gründer Bernd Siggelkow hatte das Vivantes Klinikum Hellersdorf als Standort ins Gespräch gebracht.

Der Berliner Klinikkonzern Vivantes prüft tatsächlich, ob das Vivantes -Klinikum in der Myslowitzer Straße für die Einrichtung einer Babyklappe in Frage kommt. Das teilte eine Pressesprecherin von Vivantes auf Anfrage der Berliner Woche mit. Der Vorschlag, im Kaulsdorfer Klinikum eine Babyklappe einzurichten, stammt von Arche-Gründer Bernd Siggelkow. Er hatte den Vorschlag nach dem Auffinden des toten Baby gemacht, das Anfang April in der Nähe des Hellersdorfer Standortes des christlichen Kinder- und Jugendwerkes am Beerenpfuhl gefunden worden war. Es hatte nach der Geburt keine Nahrung bekommen. Seine und deren Lebenspartner warten in Untersuchungshaft auf ihren Prozess.

Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) befürwortet grundsätzlich, eine Babyklappe in einem Ost-Bezirk zu installieren. Bisher gibt es vier solcher Einrichtungen. Allerdings nur in den alten West-Berliner Bezirken. Czajas erste Wahl ist aber wegen der zentraleren städtischen Lage das Krankenhaus Friedrichshain. Er reagierte daher eher ablehnend auf den Standort am Klinikum Hellersdorf.

Das Krankenhaus verfüge zwar über eine große Geburtenstation, habe aber zum Beispiel keine eigene Station für frühgeborene Kinder. Eine Frühchen-Station gilt aber als eine Voraussetzung, um eine Babyklappe einzurichten. Cjaza versprach aber, sich dennoch mit dem Vorschlag an Vivantes zu wenden. Der Konzern sollte im Dialog mit seinen Mitarbeitern in Kaulsdorf die Möglichkeiten ausloten.


Harald Ritter / hari
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