Verein "Mittendrin leben" unterstützt Flüchtlingsprojekt

Cindy Ristau näht in der Werkstadtt des Stadtteilzentrums Kaulsdorf an einer Schürze mit dem Aufdruck der Waschbärin "Waltraud". (Foto: hari)
Berlin: Stadtteilzentrum Kaulsdorf |

Kaulsdorf. Der Verein "Mittendrin leben" bietet Menschen mit seelischen Behinderungen Möglichkeiten zur Arbeit. Um die Möglichkeiten voll auszuschöpfen, arbeitet er sogar mit einem Flüchtlingsprojekt in der indischen Hauptstadt Delhi zusammen.

Drehpunkt der Zusammenarbeit ist die Werkstatt "Nadelholz" im Stadtteilzentrum Kaulsdorf, Brodauer Straße 27-29. In mehreren Kellerräumen stehen Nähmaschinen und Arbeitsbänke für Holzarbeiten. Hier werden Taschen und Puppen aus Textilien, Pyramiden und Kamele aus Holz produziert.

Eine der wichtigsten Produktlinien sind Textilarbeiten mit Applikationen und Stickereien. Die Vorlagen werden im "Nadelholz" entwickelt und mit den Textilien nach Indien geschickt. Von dort kommen sie mit aufgenähten und aufgestickten Figuren nach Kaulsdorf zurück. In der Werkstatt des Vereins werden sie zu Endprodukten zusammengenäht. "Wir hätten für die feinen Handarbeiten gar nicht die Kapazitäten und Erfahrungen", sagt Werkstattleiter Marcus Motz.

Die Zusammenarbeit mit Delhi hat eine ehemalige Mitarbeiterin des Vereins hergestellt, die mittlerweile nach Indien gegangen und in das Flüchtlingsprojekt eingestiegen ist. Ihre Kontakte nach Berlin nutzt sie, um den aus dem Tibet geflüchtete Frauen Aufträge für Näh- und Stickarbeiten in Europa zu verschaffen. "Unser Auftragsvolumen ist noch relativ klein, aber es hilft", sagt Juliane Gobes, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Es sei vor allem garantiert, dass die Frauen in Indien faire Arbeitsbedingungen haben. Diese würden mehr Lohn bekommen als sonst vor Ort für solche Arbeiten bezahlt werde.

Die Taschen, Federtaschen und andere Produkte aus bestickten Textilien verkauft "Mittendrin leben" auf Märkten, Weihnachtsmärkten und Veranstaltungen im Bezirk. Auch im vereinseigenen "Garten der Sinne" in der Mahlsdorfer Wodanstraße werden sie angeboten, bestickt mit den Abbildungen von "Wodan" und "Waltraud". Die beiden Waschbären sind die Maskottchen des Gartens und bei Kindern zunehmend beliebt.

Eine neue Vermarktungsidee für die in Kooperation produzierten Stickwaren ist das Internet. Gobes fotografierte kürzlich eine Zeichnung ihrer Tochter. Sie sandte das Foto nach Delhi mit der Bitte, diese in einer Stickarbeit umzusetzen. "Nach zwei Wochen hatte ich ein Handtuch mit der Zeichnung meiner Tochter als Stickerei", sagt sie.

Mehr Informationen gibt es unter www.ev-mittendrin.de.
Harald Ritter / hari
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