Baumaßnahme am Lanzendorfer Weg empört Anwohner

Die Zäune rechts des Fußwegs am Lanzendorfer Weg sollen versetzt werden, um auf dem von den Anwohnern genutzten Areal Regenwassermulden anzulegen. (Foto: privat)

Kladow. Wenig begeistert von den Ausbauplänen des Bezirks für den Fußweg zwischen Röttenbacher und Lanzendorfer Weg sind viele der Anwohner. Seit 1978 konnten sie mit Einverständnis der Liegenschaftsverwaltung Teile des nun für den Ausbau benötigten Areals nutzen. Doch damit soll nun Schluss sein.

Das Areal gehört zum Vermögen des Fachbereichs Tiefbau. Bereits 2007 sollte der Fußweg befestigt werden, da im Ernst-Hoppe-Seniorenwohnheim am Lanzendorfer Weg 30 durch herabfließendes Regenwasser Schäden entstanden. Dem Tiefbauamt war allerdings entgangen, dass die Einrichtung längst Schutzmaßnahmen getroffen hatte. 2010 waren erneut Baumaßnahmen geplant. Nun sollte eine Feuerwehrzufahrt angelegt werden. Die Voraussetzungen dafür waren jedoch bereits von jeher gemäß der Berliner Bauordnung geschaffen.

Nun begründet Antje Uebelgünne, stellvertretende Leiterin des Tiefbauamts, den geplanten Ausbau des Fußwegs mit Ausspülungen durch herabschießendes Regenwasser. Diese führten für die Nutzer des Wegs zu Verkehrsgefährdungen. Um dies zu verhindern, will das Tiefbauamt Regenwassermulden auf den bislang von Anwohnern genutzten, jedoch dem Bezirk gehörenden Grundstücksteilen bauen. Die Wegführung müsste verändert werden, das Fällen etlicher Bäume wäre unvermeidlich. "Da die Standsicherheit der betroffenen Bäume nach der Baumaßnahme nicht unterschrieben werden kann, befürworten wir deren Fällung innerhalb der vom Naturschutzgesetz vorgeschriebenen Fällzeit", so Uebelgünne.

Den Anwohnern erschien der Aufwand des kostenintensiven Bauvorhabens unverhältnismäßig hoch. Sie hatten keine Einwände gegen eine Befestigung, wohl aber gegen eine Umlegung des Weges und den Bau von Regenmulden. "Kladow ist bereits mit Regenmulden übersät, viele sind versottet und mit Regenwasser gefüllt, häufig werden die als Abfallgruben genutzt", sagt Anwohner Hermann Brämer. Für die Entwässerung seien sie offenbar ungeeignet. Ohnedies sei die Sickerwirkung des umliegenden Geländes ohne den Bau von Sickergruben völlig ausreichend. Durch die Verlegung des Wegs und Aufschüttungen würde sich die Gefahr weiterer Ausschwemmungen sogar noch erhöhen, glaubt er.

Wegen der Bedenken und Einwände der Anwohner bat Baustadtrat Carsten Michael Röding (CDU) sie vor Kurzem zu einem Gespräch. Sie hofften auf eine positive Zusammenarbeit. "Tatsächlich wurden wir aber mit bereits vorgefertigten Beschlüssen konfrontiert", sagt Brämer. Vorschläge zum Bau einer Entwässerungsrinne hätten kein Gehör gefunden.

"Ich kann den Unmut der Anwohner über die geplanten Maßnahmen verstehen", sagt Antje Uebelgünne vom Tiefbauamt. Aber die Verkehrssicherungspflicht umfasse auch das ordnungsgemäße Ableiten des Regenwassers. So soll das Risiko, dass unbefestigte öffentliche Flächen ausgewaschen und beschädigt werden, minimiert werden. Als Vorbereitung für die Baumaßnahme würden nun zunächst die Zäune entfernt, berichtet Uebelgünne.


Michael Uhde / Ud
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