Gründerzeithaus bald im neuen Glanz

Michael Zinnkann in seinem künftigen Wohnzimmer – mit Blick auf Rathaus und Kirche St. Laurentius. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Köllnischer Platz |

Köpenick. Am Köllnischen Platz sieht es bald etwas schmucker aus. Das Eckhaus Rudower und Grünauer Straße wird aufpoliert.

Noch vor ein paar Monaten sah das gut 130 Jahre alte Wohn- und Geschäftshaus einer Ruine ähnlich. Mehrere Risse durchzogen die Fassade. Die Fenster waren kaputt oder vernagelt. Trotzdem hat Michael Zinnkann (62) vor drei Jahren das Gebäude gekauft. „Alte Häuser haben ihren Charme. Ich habe noch nie in einem neuen, modernen Haus gewohnt“, sagt er. Der Berliner, der mit seinem Cateringunternehmen unter anderem für die Deutsche Bahn und Sportverbände tätig ist, will in dem Viergeschosser allerdings nicht allein leben. Seine Wohnung kommt ins Dachgeschoss, mit Glasdach für den Blick in den Himmel und Aussicht auf die Lange Brücke und das Köpenicker Rathaus. Außerdem wird es ein kleines Hotel mit 18 Zimmern geben. „Wir richten unser Angebot auf einzeln reisende Touristen“, sagt er. Allerdings ist es in den letzten Monaten noch schwerer geworden, ein Hotel zu bauen. Die Brandschutzmaßnahmen wurden gerade erst wieder verschärft. Das hat die Bauarbeiten um sechs Monate verzögert. „Allein im Hotelbereich müssen neben den Brandmeldern 60 Alarmsirenen installiert werden, sogar in den Bädern“, ärgert sich Michael Zinnkann.

Das 1883 errichtete Wohn- und Geschäftshaus hatte im Erdgeschoss viele Jahre eine Kneipe, zu DDR-Zeiten zog eine Volksbücherei ein. Ein Geschäft wird es auch künftig wieder geben, nämlich eine Baguetterie.

Der Name des Hotels steht noch nicht fest. Eröffnung soll aber im frühen Herbst sein. „Meine Frau feiert im September ihren 60. Geburtstag, dann muss das Projekt fertig sein. Da kommt dann die ganze Familie zum Einwohnen“, erzählt Michael Zinnkann.

Vis á vis im deutlich größeren Penta-Hotel macht man sich wegen möglicher Konkurrenz eher keine Sorgen. „Der Direktor freut sich, dass seine Gäste bald nicht mehr auf eine Ruine schauen müssen“, sagt der künftige Hotelier. RD
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