Mülltonnen sollen hinters Haus

Der Blick auf das Baudenkmal wird durch Mülltonnen beeinträchtigt. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Seit 1990 steht die Ende der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts errichtete Siedlung Mittelheide unter Denkmalschutz. Die Häuser wurden in den letzten Jahren denkmalgerecht saniert. Seit rund einem Jahr stören allerdings die Mülltonnen der Bewohner den Blick aufs Denkmal.

Grund dafür ist die Tatsache, dass die bisher gemeinsam genutzten Großmüllbehälter seit der Privatisierung der einzelnen Wohnungen nicht mehr verwendet werden können. Jetzt hat jede Wohnung ihre eigene Mülltonnen und die finden allesamt auf den alten Müllstandplätzen keinen Platz mehr. „Das passt überhaupt nicht zur schicken Wohnanlage. Ich wohne im nahen Märchenviertel und gehe hier oft spazieren. Ich stelle meine eigenen Mülltonnen auch hinter das Haus und nicht davor“, sagt Berliner-Woche-Leser Torsten Weniger.

Inzwischen ist das Thema Mülltonnenstandorte auch bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirks gelandet. Die hatte bereits die Hausverwaltung der Wohnanlage kontaktiert. „Und die Mitarbeiter haben uns an die einzelnen Eigentümer verwiesen. Wir haben uns die Mühe gemacht und rund 100 Eigentümer angeschrieben“, sagt Corinna Tell, Leiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Die ersten Antworten sind inzwischen beim Bezirksamt eingegangen. Darin wird gebeten, das Problem mit der Hausverwaltung zu lösen. Mit dem Mandat der Eigentümer will die Denkmalschutzbehörde jetzt noch einmal mit der Verwaltung reden. „Wir könnten uns eine Lösung vorstellen, bei der hinter den Umfassungsmauern zwischen den Häusern neue Stellplätze für die Mülltonnen geschaffen werden“, sagt Corinna Tell. „Ich erwarte von den Eigentümern in dieser schönen Wohnsiedlung, dass sie ihrer Verantwortung für die denkmalgeschützten Häuser auch in diesem Fall nachkommen. Was nützt es, die Bauten aufwendig zu sanieren, wenn die Mülltonnen hinterher einfach vors Haus gestellt werden? Hier wird sich sicher eine akzeptable Lösung finden lassen“, sagt Stefan Förster, Vorsitzender des Bezirksdenkmalrats. RD
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