Neubau für Lange Brücke: bisher kein Zeitplan bei der zuständigen Senatsverwaltung

Die denkmalgeschützte Lange Brücke über die Dahme wurde 1892 fertig gestellt. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Lange Brücke |

Köpenick. Die Lange Brücke ist in die Jahre gekommen. Der 1892 fertiggestellte Bau muss ersetzt werden. Einen konkreten Zeitplan gibt es dafür noch nicht.

Bereits von 1995 bis 1998 war das denkmalgeschützte Bauwerk für 8,5 Millionen Mark saniert worden. Schon damals hatten Experten vorgeschlagen, das historische Bauwerk durch einen Neubau zu ersetzen. Aus Denkmalschutzgründen war das abgelehnt worden. Weil auch die sanierte Brücke das stark angestiegene Verkehrsaufkommen zwischen Innenstadt, Allendeviertel, Wendenschloß und Müggelheim nicht bewältigen konnte, blieben die vor Beginn der Sanierung errichteten Behelfsbrücken einfach stehen.

Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt – neue Zuständigkeit Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz – Ende 2016 mitteilte, ist die Standsicherheit von Langer Brücke und Behelfsbrücke unter Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern weiterhin gegeben. Die historische Brücke sei jedoch nicht in der Lage, den jeweils zweispurigen Verkehr inklusive Straßenbahn aufzunehmen. Deshalb sei ein Ersatzbau notwendig. „Inwieweit die denkmalgeschützte Brücke zumindest in Teilen erhalten werden kann, soll eine Machbarkeitsstudie im Vorfeld klären. Bereits 2012 hatte der Landesdenkmalrat erklärt, dass ein eventuell erforderlicher Ersatzneubau in Gestaltung und Materialwahl dem Umfeld, darunter auch dem Schloss Köpenick, gerecht werden müsse.

"Wir wollen mitreden"

Bisher wurde das Projekt Lange Brücke noch nicht begonnen, weil andere Vorhaben Vorrang genießen und nicht genug Personal zur Verfügung steht. Auch diese Auskunft gab die zuständige Senatsverwaltung auf eine Anfrage von Abgeordnetenhausmitglied Stefan Förster (FDP). Der ist selbst Köpenicker und leitet ehrenamtlich den Bezirksdenkmalrat. Mit den Antworten auf seine Fragen ist er nur bedingt zufrieden: „Es gibt ja noch nicht einmal eine vorzeigbare Idee für einen Neubau. Wir als Denkmalrat wollen bei den Planungen unbedingt mitreden. Ich werde weiter regelmäßig nachfragen, wie weit die Planungen für eine neue Lange Brücke sind“, sagt Förster.

Im Bezirk Treptow-Köpenick müssen in den nächsten Jahren gleich mehrere Brücken ersetzt werden. Für die Salvador-Allende-Brücke haben mit der Umverlegung von Leitungen Vorbereitungen für den Abriss der ersten Brückenhälfte begonnen. Ebenfalls erneuert werden muss ab 2019 die Brücke zwischen Gosen und Müggelheim über den Gosener Kanal. Die derzeit auf 3,5 Tonnen begrenzte Hochbrücke über die Treskowallee in Oberschöneweide kann wohl repariert werden. In den nächsten Wochen wird dort eine Schadenanalyse durchgeführt. Im Sommer/Herbst soll dann die Instandsetzung erfolgen. RD
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