Feuerwache residiert für zwei Jahre in früherem Gefängnis

Wehrleute und Einsatzfahrzeug vor der neuen Wagenhalle. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Feuerwache Köpenick |

Köpenick. Rund vier Wochen nach dem Umzug sind die Retter von Köpenick im neuen Heim auf Zeit angekommen. Für die nächsten zwei Jahre residieren die Mitarbeiter der Berufsfeuerwache Köpenick in der früheren Abschiebehaftanstalt des Landes Berlin.

Die Gitter sind beim Umbau verschwunden, die Diensträume frisch renoviert. Nur vielen Türen sieht man immer noch an, dass sie einst für eine DDR-Haftanstalt gebaut wurden. Von 1989 bis zum Amnestie kurz vor Weihnachten 1989 saßen hier ein paar hundert Frauen, darunter auch politische Gefangene, die in einer extra im Gefängnisbereich erbauten Großwäscherei arbeiten mussten.

„Das Gelände und die Gebäude der früheren Haftanstalt sind eine gute Lösung. Wir können fast alle Ortsteile im Einsatzbereich ebenso gut wie aus der Köpenicker Altstadt erreichen. Unsere Leichtbauwagenhalle ist sogar moderner, mit viel Licht und großen elektrischen Toren“, freut sich Jörg Nugel. Der Brandoberamtsrat ist der Leiter der Berufsfeuerwache Köpenick, seit Jahren plant er die Renovierung der 1952 erbauten Feuerwache am Katzengraben in Köpenick.

Eigenes Fitnessstudio

Für den Umzug wurden rund 1500 Kisten gepackt, vieles haben Mitarbeiter auch mit ihren privaten Fahrzeugen an den neuen Dienstort gebracht. Für zwei Tage hatte die Freiwillige Feuerwehr den Dienst übernommen. Sonderfahrzeuge wie die Drehleiter hätten aber auch während des Umzugs jederzeit ausrücken können.

In den früheren Zellen der Haftanstalt haben Büros, Aufenthaltsräume und Ruheräume der Mitarbeiter Platz gefunden. Sogar ein hauseigenes Fitnessstudio, in dem sich die Feuerwehrleute für die oft schweren Einsätze in Form halten, gibt es im Provisorium.

In der eigentlichen Feuerwache am Katzengraben rücken jetzt die Bauleute an. Am 31. Juli wurde das Areal an das Berliner Immobilienmanagement übergeben, das den Neubau der Wache organisiert. In den nächsten Wochen soll der hintere Gebäudeteil abgerissen werden, um Platz für eine neue Wagenhalle zu machen.

Boote an neuen Liegeplätzen

Bisher gab es keine Probleme, vom neuen Standort alle Einsatzstellen zu erreichen. „Nur nach Friedrichshagen brauchen wir etwas länger, aber dort ist ja ein Rettungswagen stationiert. Wenn in ein paar Monaten belastbare Zahlen für die Einsatzzeiten vorliegen, nehmen wir eventuell eine Feinabstimmung vor“, erklärt Feuerwehrchef Jörg Nugel.

Das Mehrzweckboot der Wache hat am Steg eines Wassersportvereins in der Grünauer Straße für die nächsten zwei Jahre einen Liegeplatz gefunden. Von dort hat es bereits zu mehreren Einsätzen abgelegt, unter anderem beim Brand des Restaurants Neu-Helgoland. Das zweite Mehrzweckboot bleibt entgegen früherer Pläne auch im Bezirk. Es liegt künftig am Steg der DLRG-Wasserrettungsstation am Spreetunnel, nur wenige Meter von der Feuerwache Friedrichshagen entfernt. „Die Freiwilligen werden in den Umgang mit der Technik eingewiesen und können dann auch zu Wasser selbstständig Einsätze fahren“, sagt Feuerwehrchef Jörg Nugel. RD
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