Hauptmann-Garde sagt alle Auftritte ab

Haben alle Auftritte erst einmal abgesagt. Die Gardisten Michael Sternbeck, Gerd Bölke, Karsten Reimer und Helmut Glende (von links). (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Am 13. Mai wollte die Köpenicker Hauptmann-Garde eigentlich das 15. Jubiläum ihres Bestehens feiern. Nun wurde dieser und vorerst auch alle weiteren Auftritte abgesagt.

Hintergrund ist die Tatsache, dass sich Auftritte der Garde und die Nutzung der Ratskeller-Terrasse am Rathaus in Alt-Köpenick zeitlich nicht mehr vereinbaren lassen. "Ich hatte weiteren Auftritten der Garde unter der Bedingung zugestimmt, dass sie künftig um 10.30 Uhr beginnen. Meine Kellner brauchen die Zeit danach, um die Terrasse für die Öffnung vorzubereiten", sagt Ratskeller-Wirt Wolfgang Pinzl.

Bei der Garde, die ehrenamtlich an zwei Tagen der Woche bisher um 11 Uhr vor dem Ratskeller die historische Köpenickiade aufführt, scheint das so nicht angekommen zu sein. Die Verhandlungen mit dem Wirt hatten Bürgermeister Oliver Igel (SPD) und der Vorsitzende des Tourismusvereins, Robert Schaddach geführt.

"Wir können unsere Auftritte nicht ohne Vorankündigung um eine halbe Stunde vorziehen. Dann beginnen wir den Auftritt ohne Publikum und wenn wir fertig sind, kommen die Zuschauer und beschimpfen uns", sorgt sich Michael Sternbeck, der Vorsitzende der Köpenicker Hauptmanngarde.

Jetzt hat die Garde erst einmal bis auf Weiteres alle Auftritte abgesagt. Erst wenn es eine vertragliche Regelung gibt, wollen Michael Sternbeck und seine Soldaten wieder ihre preußischen Uniformen anziehen.

Die Köpenicker Hauptmann-Garde wurde im Mai 2000 als ABM-Projekt des Tourismusvereins gegründet. Seit Auslaufen der Förderung durch das Jobcenter organisiert ein Verein die Auftritte der Gardisten, die ohne Zuschüsse für einen touristischen Höhepunkt sorgen. Ratskeller-Wirt Pinzl hat die Garde übrigens von Anfang an unterstützt, unter anderem stellt er einen Raum zur Aufbewahrung der Technik und Strom für die Verstärkeranlage zur Verfügung.

Jetzt hoffen Garde und Wirt, dass es doch noch eine Einigung gibt. Bürgermeister Oliver Igel (SPD) soll möglichst die Wogen glätten. Der wusste aber bei Redaktionsschluss noch nichts von seinem Glück, da er auf Dienstreise in der Partnerstadt Cajamarca in Peru weilte.


Ralf Drescher / RD
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