Jugendklub soll Theater werden: Die „Andere Bühne Cöpenick“ kämpft um Spielstätte

Wollen den Neuanfang: Sven Wigger, Kornelia Mitrea, Maximilian Löser-Hügel und Manuela Zimmermann. (Foto: Ralf Drescher)

Friedrichshagen.

Bereits im vorigen Jahr drohte dem "Stadttheater Cöpenick" das Aus. Fehlende finanzielle Unterstützung hatten die kleine Bühne an das Ende ihrer Existenz gebracht.

Mehrere Ensemblemitglieder wollten sich damit nicht abfinden. Sie waren teilweise über 20 Jahre beim „Cöpenicker Stadttheater“ und haben sich in die Herzen der Köpenicker gespielt. Nach Querelen um die Zukunft der Bühne hatten sie einen Förderverein gegründet und ihre Zukunft in die eigenen Hände genommen. Ende 2015 haben sie dann sogar mit der „Eingebildete Kranke“ ein eigenes Stück auf die provisorische Bühne einer Kleingartenanlage gebracht. Jetzt kämpft das Team um Sven Wigger um die Zukunft und um eine eigene Bühne.

„Wir haben mit dem früheren Jugendklub ABC in Hirschgarten eine geeignete Spielstätte gefunden, bemühen uns seit Monaten um einen Mietvertrag. Im früheren Veranstaltungssaal hätten 140 Zuschauer Platz. Bei 50 Prozent Auslastung würden die Einnahmen Miete und Betriebskosten decken können“, sagt Sven Wigger.

Warten auf den Vertrag

Den zuständigen Stadtrat Michael Vogel (CDU) haben sie bereits auf ihre Seite gezogen. Nun warten sie, das sie von der Gesellschaft für Stadtentwicklung, die die Immobilie verwaltet, einen Vertrag bekommen. „Wir hätten schon seit Juni für unser neues Stück ,Tropfen auf heißen Stein' von Rainer Werner Fassbinder proben können“, sagt Sven Wigger.

Inzwischen haben die Künstler den Namen des Fördervereins in „Andere Bühne Cöpenick“ geändert und wollen damit die Erinnerung an das ABC bewahren. Die bereits zu DDR-Zeiten als Arthur-Becker-Club bekannte Jugendfreizeiteinrichtung hatte der Bezirk 2012 aus finanziellen Gründen geschlossen, die 270 000 Euro Betriebskosten gab der Etat des Jugendamts nicht mehr her.

„Wir brauchen aber bis September eine Zusage für die Übernahme der Räume, sonst müssen wir uns woanders in Berlin umsehen“, meint Sven Wigger. RD

Mehr zum Projekt unter www.andere-buehne-coepenick.de.
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