Die Berliner Woche blickt zurück auf zwölf spannende Monate in Treptow-Köpenick

BSR-Mitarbeiter putzen seit einem Jahr den Müggelwald. (Foto: Ralf Drescher)
 
Die zehn Jahre alte Autobahn A 113 muss in Teilen bereits erneuert werden. (Foto: Ralf Drescher)
 
Christoph Schmidt von Grün Berlin. Mit seinen Mitarbeitern soll er den Spreepark entwickeln. (Foto: Ralf Drescher)
 
Der Schauspieler Jürgen Hilbrecht hatte zum 110. Hauptmann-Jubiläum viel zu tun. (Foto: Ralf Drescher)

Treptow-Köpenick. In wenigen Tagen geht das Jahr 2016 zu Ende. Zeit für einen Rückblick auf Wichtiges und Spannendes, über das die Berliner Woche berichtete.

Januar

Die St. Laurentius-Kirche in der Köpenicker Altstadt hat eine neue Turmuhr. Die alte Uhr war in den 1930er-Jahren abgebaut und verschrottet worden. Rund 20.000 Euro hatten Gemeindemitglieder für den weit sichtbaren Zeitmesser gesammelt.

Der Grafiker Achim Purwin hat den Hauptmann von Köpenick als Comicfigur entdeckt. Das ist der ganz persönliche Beitrag des Treptowers zum 110. Jubiläum des Überfalls auf die Köpenicker Stadtkasse.

Die Eiche im Bellevuepark darf stehen bleiben. Der Bezirk hat das Naturdenkmal mit einem Zaun gesichert, damit der mehr als 260 Jahre alte Baum in den nächsten Jahrzehnten „in Würde sterben kann“.

Der Versicherungskonzern Allianz wird 2019 das Hochhaus am Spreeufer verlassen. Er bleibt dem Bezirk aber erhalten.

An der Rudower Chaussee entsteht ein neues Bürogebäude mit 50.000 Quadratmeter Nutzfläche.

Mister Adlershof übergibt den Staffelstab und geht in den verdienten Ruhestand. Hardy Schmitz hat seit 2002 die Geschäfte des Entwicklungsträgers Wista geführt und damit maßgeblich Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des Wissenschafts- und Medienstandorts.

Februar

Der Tourismusverein des Bezirks wird 25 Jahre alt. Als Fremdenverkehrsverein gegründet, kümmert er sich seit 1991 um die touristische Vermarktung von Treptow-Köpenick.

Erstmals regt sich Widerstand gegen Lollapalooza. Das Festival soll im Gartendenkmal Treptower Park stattfinden, Anwohner sammeln Unterschriften und starten eine Petition.

In Friedrichshagen wird es eng. Wegen Bauarbeiten der Bahn wurde die Durchfahrt am S-Bahnhof gesperrt, Autofahrer müssen bis Anfang Dezember die Umleitung über Schöneiche nehmen.

März

Der Bezirk startet offiziell ins Hauptmann-Jahr. Auftakt ist eine Veranstaltung mit Jürgen Hilbrecht, dem Hauptmann von Köpenick vom Dienst.

Die 2013 gegründete Bürgerstiftung vermeldet erste Erfolge. Sie hat bereits sieben Projekte unterstützt, darunter eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge und das Trainingslager eines Ruderklubs.

Der frühere Betriebsbahnhof Schöneweide wird Gewerbegebiet. Das 45 Hektar große Areal wird von Deutscher Bahn und Land Berlin gemeinsam einer neuen Nutzung zugeführt, dafür stehen 25 Millionen Euro zur Verfügung.

Imker Horst Wrase wird Opfer eines Brandanschlags. Jugendliche zünden seinen Bienenwagen in Altglienicke an, rund 300.000 Bienen sterben. Die Täter werden später gefasst.

Die Tiertafel in Baumschulenweg freut sich über eine Futterspende. Fernsehprofi Matthias Killing übergab 1800 Dosen Hundefutter. Rund 200 sozial Schwache holen sich dort jeden Monat Futter für Mieze und Bello ab.

April

Anlieger des früheren Transformatorenwerks Oberspree (TRO) machen gegen den geplanten Wohnungsbau des Eigentümers mobil. Sie fürchten, dass die angesiedelten Unternehmen und Gewerbetreibenden später durch Klagen der neuen Bewohner verdrängt werden könnten.

An der Seelenbinderstraße endet eine Tradition. Bäckermeister Wolfgang Guski schließt sein Geschäft, seit 1907 hatte es dort eine Bäckerei gegeben. Jetzt konnte der Meister mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten.

Im Rathaus Köpenick gibt es Ärger. Stadtrat Michael Vogel (CDU) hat einige Aktfotos abhängen lassen, weil sich Mitarbeiterinnen beschwert hätten. Die Fotografen und fast alle Bezirksverordneten sind sauer und reden von Zensur. Vermutlich auch deshalb wird Vogel später von der eigenen Partei aus dem Bezirksamt gedrängt.

In Adlershof entspannt sich die Parkplatzsituation. Das Unternehmen Europa-Center hat für 7,5 Millionen Euro ein Parkhaus gebaut, 580 Pkw finden in dem Bau an der Albert-Einstein-Straße Platz.

Mai

Feuerwehr und Ordnungsamt proben den Ernstfall. Weil immer mehr Rettungswege zugeparkt werden, testen ein Löschfahrzeug und eine Drehleiter die Durchfahrt in Baumschulenweg und Johannisthal. Mehrere Falschparker blockieren die Rettungswege, der mitgebrachte Abschleppwagen bekommt einiges zu tun.

In Altglienicke gründet sich eine Initiative gegen ein Flüchtlingsheim. Die berechtigten Anwohnerproteste werden von Rechtsextremisten begleitet, den Bau der Einrichtung am Bahnweg können sie nicht verhindern.

Der Heimatverein Köpenick hat eine Idee: Um die Papierkörbe im Volkspark Köpenick vor Schmierereien – unter anderem durch Union-Fans – zu schützen, will er die Sammelbehälter mit Fotomotiven versehen. Inzwischen wurden die Müllbehälter fertig gestellt, sie werden im Frühjahr 2017 aufgestellt.

Juni

Der Bezirk zeichnet verdienstvolle Einwohner mit der Bürgermedaille aus. Dieses Jahr bekommen Jürgen Hilbrecht (Hauptmann von Köpenick), Rainer Schwadtke (Kultbäcker aus Friedrichshagen) und Bettina Linzer (Seniorenvertreterin) die Auszeichnung.

Die Ruine des Spreeparks – früher Kulturpark Plänterwald – soll eine grüne Oase werden. Die Entwicklung liegt beim landeseigenen Unternehmen Grün Berlin, Bürger können ihre Vorschläge einbringen.

An der Spree machen sich 2000 Tonnen Stahl auf den Weg. Der zweite Teil der künftigen Minna-Todenhagen-Brücke wird eingeschoben. Spätestens 2018 soll die neue Spreequerung fertig sein.

Für die Müggelheimer gibt es eine gute Nachricht. Wenn ab 2018 die Brücke über den Gosener Kanal erneuert wird, soll eine Behelfsbrücke die Verbindung nach Brandenburg sicher stellen.

Juli

Die Sanierung des Spreetunnels am Müggelsee verzögert sich, weil es Lieferengpässe bei zu erneuernden Fliesen gibt. Fertig ist das Bauvorhaben dann nach weiteren Verzögerungen erst im Oktober.

Der Bergbau in der Lausitz wirkt sich bis in den Bezirk aus. Die Spree bringt Sulfat aus der Tagebauregion bis nach Köpenick. Im Müggelsee, im Einzugsgebiet des Wasserwerks, ist der zulässige Grenzwert bereits erreicht.

Die gerade zehn Jahre alte Autobahn A 113 in Altglienicke muss schon saniert werden. Dort hat der Betonkrebs gefressen, die 2,9 Millionen Euro teure Sanierung zahlt zum Glück der Bund.

In Rahnsdorf sind die Sanierungsarbeiten an der Friedhofskapelle – fast – abgeschlossen. Mit rund 52.000 Euro haben Bürger fast die Hälfte der nötigen Sanierungskosten beglichen. Jetzt stehen noch Restarbeiten an Nebenräumen an.

August

Im Bezirk bricht ein Papierkorbstreit aus. Die BSR hat die Reinigung des Luisenhains übernommen und dort ihre Körbe mit mächtiger oranger Bauchbinde platziert. Nach Protesten muss die Farbmarke des Unternehmens wieder reduziert werden. Pluspunkte konnten die Feger in Orange dagegen im Stadtforst sammeln. Seit einem Jahr hat die BSR die Reinigung des Müggelwalds übernommen, seitdem sieht der Wald immer gut gefegt aus.

Im Krematorium Baumschulenweg wurden zu DDR-Zeiten die Leichen von Maueropfern und SED-Gegnern illegal eingeäschert und anonym verstreut. Jetzt konnte festgestellt werden, wo die Toten ihre letzte Ruhe fanden. Ein Gedenkstein auf dem Friedhof Baumschulenweg erinnert daran.

100 Jahre Abteibrücke am Treptower Park: Sie wurde 1916 als eine der ersten Betonbogenbrücken errichtet, unter anderem von französischen Kriegsgefangenen.

September

Am Luisenhain haben Sportler des Tauchklubs Adlershof in der Dahme nach Müll gesucht. Sie wurden fündig, unter anderem vier Fahrräder, Papierkörbe und Zaunfelder wurden geborgen und zur BSR gebracht.

Ein Krankenhaus feiert Geburtstag. Seit 75 Jahren gibt es auf dem Bohnsdorfer Buntzelberg das Krankenhaus Hedwigshöhe. Rund 35.000 Patienten kommen pro Jahr.

Im Treptower Park gibt es für zwei Wochen ein Verkehrschaos. Der Bezirk lässt die Fahrbahn der Puschkinallee erneuern, die Autos drängeln sich auf einer verbleibenden Spur.

In Alt-Köpenick müssen die Gleise der Straßenbahn mal wieder erneuert werden, Parkmöglichkeiten sind deshalb für mehrere Wochen Mangelware.

Oktober

Der Kietzgrabensteg, ein kleiner und 465.000 Euro teurer Brückenneubau, erhält eine ungewollte „Ehrung“. Der Bund der Steuerzahler führt das Bauwerk in seinem Schwarzbuch als Geldverschwendung auf.

In der Hauptwerkstatt am Adlergestell wird die neue S-Bahn vorgestellt. Der neue Zug soll ab 2021 auf die Schiene kommen.

Im Kosmosviertel startet das Quartiersmanagement. Das Wohngebiet an der Schönefelder Chaussee mit rund 15 Prozent Arbeitslosen soll damit aufgewertet werden.

In der frisch gewählten BVV gibt es Ärger. Mehrere Verordnete haben nach der Wahl ihre Fraktionen verlassen und sich eine neue politische Heimat gesucht. Der Grüne Peter Groos ist jetzt Sozialdemokrat und wird wieder BVV-Vorsteher. Michael Vogel (CDU) überlegt es sich einige Tage später noch einmal und bleibt seiner Partei erhalten, obwohl sie ihn als Stadtrat abserviert hat.

November

Pinselheinrich Zille ist umgezogen. Der Köpenicker Albrecht Hoffmann, der die Figur auf die Bühne bringt, hat ein neues Stubentheater. Jetzt haben 45 Zuschauer Platz, wenn Heinrich Zille über sich und die gute alte Zeit auf der Bühne plaudert.

In Adlershof geht der Teilchenbeschleuniger EMIL in Betrieb. Er soll den Beschleunigerring Bessy II ergänzen und dient unter anderem der Erforschung von regenerativen Energien. Der Bund unterstützt den Denkmalschutz im Bezirk.

Für die Sanierung von Volkshochschule und Kirche zum Vaterhaus an der Baumschulenstraße werden durch den Haushaltsausschuss des Bundestags 2,6 Millionen Euro bereitgestellt.

Von Köpenick nach Berlin sind es genau zwei preußische Meilen (15 Kilometer). Das zeigt jetzt die wieder entdeckte und restaurierte Postmeilensäule an der Langen Brücke an.

Dezember

Das Moor um die Krumme Lake in Müggelheim wurde renaturiert. Fachleute haben einen Moorarm vom Wildwuchs befreit.

Der Bezirk setzt auf Muskelkraft. Gemeinsam mit dem Tourismusverein soll Treptow-Köpenick zur größten Fahrradregion Berlins entwickelt werden.

Im Treptower Park sind die geplanten Sanierungsarbeiten abgeschlossen worden. Besucher freuen sich unter anderem über rekonstruierte Parkplätze, zwei Toilettenanlagen und 110 Bänke.

Die katholische Kirche an der Lindenstraße soll wieder eine Spitze bekommen. Gemeinde und Pfarrer werben dafür, das 1972 auf politischen Druck entfernte Bauteil zu erneuern. Dafür werden rund 350.000 Euro benötigt. RD
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