Selbsthilfe bei Fettleibigkeit

Gundula Sonnenberg von der Adipositas-Selbsthilfegruppe Köpenick. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Immer mehr Deutsche sind zu dick, viele von ihnen sogar fettleibig. Vor fünf Jahren hat eine Selbsthilfegruppe in Köpenick den Kampf gegen Adipositas, so der wissenschaftliche Name für Fettleibigkeit, aufgenommen.

Sie trifft sich regelmäßig in Räumen der DRK-Kliniken Köpenick. Das hat seinen Grund, denn dort geht man chirurgisch gegen Fettleibigkeit vor, unter anderem mit dem sogenannten Schlauchmagen.

„Wir sind Betroffene. Wir wissen, wovon wir reden“, sagt Gundula Sonnenberg, eine der Mitbegründerinnen der Gruppe. Zu der gehören heute rund 30 Mitglieder. Etwa 80 Prozent von ihnen haben sich bereits operativ den Magen verkleinern lassen.

Zum Beispiel Andreas Giebel. Der 47-jährige Gastwirt aus Lichtenberg kam vor zwei Jahren dazu. Damals brachte er 237 Kilogramm auf die Waage. „Ich konnte mich in der Gruppe über die Folgen der Magenoperation informieren. Von Anfang an hatte ich Vertrauen, dass ich damit mein Übergewicht abbauen kann“, sagt Giebel. Inzwischen ist seine chirurgische Magenverkleinerung rund ein Jahr her. Die Waage zeigt nur noch 120 Kilogramm an. „Neben der Operation musste ich natürlich auch die Ernährung umstellen, Schokolade und Weißbrot sind tabu. Nach einer halben Bockwurst bin ich bereits satt“, erzählt Andreas Giebel. In der Gruppe gibt er nun seine Erfahrungen weiter und hilft anderen Mitgliedern, Bedenken und Angst vor einem chirurgischen Eingriff abzubauen.

Die Selbsthilfegruppe Adipositas trifft sich ein Mal im Monat. Es gibt Fachvorträge von Ärzten zum Thema, ein Teil der Gruppe treibt gemeinsam Sport. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen. „Einige kommen nur, um sich erst einmal zu informieren. Ein großer Teil hat sich aber bereits im Internet informiert und ist an einer Magenoperation interessiert“, erklärt Gundula Sonnenberg.

Derzeit gelten in Deutschland rund 14 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen über 18 Jahren als fettleibig. Folgen sind ein Anstieg von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. RD

Informationen zur Selbsthilfegruppe unter www.selbsthilfe-adipositas-köpenick.de. Wer an einer Mitarbeit interessiert ist, wendet sich bitte direkt an Gundula Sonnenberg:  655 47 87.
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