Bürgermeister kritisiert Standort für Flüchtlingsheim

Hier soll eine Unterkunft für 400 Flüchtlinge geschaffen werden. Am Tag nach der Aufnahme wurde das Areal mit einem Bauzaun versehen. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Ein unscheinbares Grundstück an der Alfred-Randt-Straße sorgt derzeit für Aufregung. Nicht nur unter Anwohnern des Allende-Viertels, sondern auch im Bezirksamt. Bürgermeister Oliver Igel (SPD) fühlt sich vom Senat übergangen.

"Der nunmehr zweite Standort für Flüchtlinge im Allendeviertel mit 400 Plätzen stellt die Bewohner des Gebiets, die öffentlichen Einrichtungen und nicht zuletzt den Einrichtungsbetreiber vor große Herausforderungen. Es wäre mehr als wünschenswert gewesen, in einem Dialog auf Augenhöhe auch als Bezirk vorab die Möglichkeit zu erhalten, sich in einen Prozess von Standortfindungen einbringen zu dürfen", teilt der Bürgermeister in einer Erklärung mit. Er war erst kurz vor der Presse über die geplante Einrichtung von Wohncontainern auf dem früheren Kita-Grundstück informiert worden. Absprachen dazu hatte die zuständige Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales nicht für nötig gehalten. Informiert wurde erst, nachdem alle Verträge unterschrieben waren und eine nachträgliche Diskussion über den Standort lehnt der Senat ab.

Nach Aussage des Bürgermeisters gibt es seit der Verkündung eine große Verunsicherung unter den Anwohnern. Oliver Igel betont aber auch, dass die Debatte über den Standort nicht auf dem Rücken der Flüchtlinge ausgetragen werden dürfe. Er verspricht eine enge Zusammenarbeit vor Ort mit Schulen, Kitas, Seniorenheimen und den Wohnungsbaugesellschaften. "Noch vor Eröffnung des Flüchtlingsheims wird es im Dezember zwei Anwohnerversammlungen geben, in denen das Landesamt für Soziales, der Heimbetreiber und der Bezirk Rede und Antwort stehen", verspricht er.

Inzwischen laufen erste Bauvorbereitungen. Kurz vor Redaktionsschluss wurde ein Bauzaun aufgestellt.


Ralf Drescher / RD
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