Register Treptow-Köpenick legt die Zahlen für 2013 vor

Treptow-Köpenick. Nach außen büßt die rechte Szene Einfluss im Bezirk ein. Die Nazikneipe "Zum Henker" steht ohne Mietvertrag vor der Schließung, der Laden des NPD-Vorsitzenden von Berlin ist zu. Trotzdem kann keine Entwarnung gegeben werden.

Jetzt hat das Register Treptow-Köpenick Zahlen vorgelegt, mit denen rechtsextreme Vorfälle des Jahres 2013 dokumentiert werden. Dabei werden nicht nur bei der Polizei angezeigte Straftaten erfasst, sondern auch Vorfälle, die nicht justiziable sind wie Pöbeleien, bei denen es nicht zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt oder Hetzaufkleber.

So wurden am 18. Januar 2013 in der Seelenbinderstraße rund 15 Aufkleber der Jungen Nationaldemokraten an Regenrinnen geklebt, jedoch umgehend von Gegnern der Rechten entfernt. Für Aufregung und polizeiliche Ermittlungen sorgte dagegen ein Vorfall vom 7. Januar. Da waren Hakenkreuze an einen Gedenkstein für Naziopfer in Johannisthal geschmiert worden. Andere Vorfälle betrafen das Einstecken von Parteienwerbung der NPD in Hausbriefkästen.

Erstmals seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2008 ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Wurden 2012 noch 220 Vorfälle registriert, waren es im vergangenen Jahr insgesamt 214. Die Propagandadelikte gingen von 160 auf 133 zurück. Dafür stiegen die Zahlen bei Angriffen von zehn auf 18 und bei Beleidigungen und Pöbeleien von 21 auf 34.

Regelmäßig schlüsselt das Register auch auf, in welchen Ortsteilen die Vorfälle stattgefunden haben. Spitzenreiter ist Johannisthal mit 62, gefolgt von Köpenick mit 51 und Niederschöneweide mit 45 Vorfällen. Aus Müggelheim wurde kein einziger rechts georteter Vorfall gemeldet und aus Friedrichshagen nur einer.

Das Register Treptow-Köpenick ist beim Verein Offensiv 91 angesiedelt, es wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen unterstützt. Für das Jahr 2014 weist es bereits erste Vorfälle aus, unter anderem das Kleben von Hetzplakaten im Umfeld des Flüchtlingsheims im Allende-Viertel.

Wissenswertes unter www.berliner-register.de. Dort erfahren Sie auch, wo rechtsextreme Vorfälle gemeldet werden können.


Ralf Drescher / RD
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