Turnhallen sollen nicht mehr mit Flüchtlingen belegt werden

Treptow-Köpenick. Vier Turnhallen im Bezirk, darunter zwei Schulturnhallen, sind seit Wochen mit Flüchtlingen belegt. Damit soll jetzt Schluss sein.

Auf ihrer Sitzung am 17. Dezember haben die Berliner Bezirksbürgermeister einen gemeinsamen Vorschlag zur Unterbringung von Flüchtlingen an den Senat gemacht. Darin wird gefordert, wegen der massiven Eingriffe in Sportunterricht und Vereinssport keine weiteren Turnhallen zu beschlagnahmen. Dafür bieten die Bezirksbürgermeister an, gemeldete Immobilien gemeinsam mit den Senatsbehörden kurzfristig zur Aufnahme von Flüchtlingen vorzubereiten. Außerdem soll größeren Objekten der Vorzug für viele kleine Einrichtungen gegeben werden und kurzfristig freie Flächen zur Bebauung von Traglufthallen durch die Bezirke zur Verfügung gestellt werden.

Der Bezirk Treptow-Köpenick konnte für die als Flüchtlingsquartier genutzten Hallen Ersatz schaffen. Allerdings müssen die an der Glienicker Straße untergebrachten Vereine in die Doppelturnhalle des Archenhold-Gymnasiums nach Niederschöneweide umziehen.

Prüfungen stehen bevor

„Viele Turnhallen sind auch nicht geeignet, weil sie zu klein sind, dringend für die Abiturprüfungen sportbetonter Schulen benötigt werden oder weil sich Flüchtlinge und Schüler nicht räumlich trennen lassen“, sagt der für Sport im Bezirk zuständige Stadtrat Michael Vogel (CDU).

Am 21. Dezember hatte der Landessportbund (LSB) Vertreter der großen Sportvereine eingeladen, um über die Nutzung von Sportanlagen zur Flüchtlingsunterbringung zu beraten. Im Angesicht der Tatsache, dass berlinweit bereits 50 Sporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen zweckentfremdet werden, gab es zahlreiche besorgte Stimmen. Auf eine Abschlussresolution an den Senat konnte man sich allerdings nicht einigen.

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hätte der Bezirk fast die nächste Sportstätte eingebüßt: Die Nutzung der Sporthalle Merlitzstraße in Adlershof als Flüchtlingsunterkunft konnte nur mit Verweis auf ihre Einstufung als Impfzentrale im Katastrophenschutzplan des Bezirksamts verhindert werden. RD
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