Bezirksamt plant, Personalabbau bis 2020 zu strecken

Treptow-Köpenick. Die Nachricht aus dem Abgeordnetenhaus schlug im September 2012 wie eine Bombe ein. Der Bezirk wurde aufgefordert, bis 2016 insgesamt 309 Stellen abzubauen. Nun legt er sein eigenes Personalkonzept vor.

Danach sollen 251 Stellen wegfallen. "Wir strecken den Personalabbau aber bis 2020, denn bis 2016 gehen nicht genügend Mitarbeiter in den Ruhestand", erläutert Bürgermeister Oliver Igel (SPD). Erste Maßnahmen sind beschossen. So werden gemäß Jugendkonzept Jugendeinrichtungen geschlossen oder an freie Träger übergeben. Die Diensteinheiten Steuerungsdienst sowie Personal und Finanzen werden seit Jahresanfang von einer Person geleitet. Andere Versuche, Personal abzubauen, sind vorerst gescheitert. Die Idee, Bezirkskasse und Personalakten gemeinsam mit Neukölln zu verwalten, wurde vom Nachbarbezirk abgelehnt. Ein geplanter Eigenbetrieb zur Pflege der Grünflächen gemeinsam mit Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg scheiterte, weil das einzubringende Personal nicht vollständig auf den Abbau angerechnet wird.

Bis 2020 werden nun jedes Jahr entsprechend der Personalplanung der Ämter im Durchschnitt zehn bis 20 Stellen gestrichen, im Haushaltsjahr 2016 fallen zusätzlich 26 nach Altersteilzeitregelung ausgelaufene Stellen ersatzlos weg. Werden die Planungen so realisiert, sollen zum 31. Dezember 2020 statt derzeit 1628 nur noch 1377 Mitarbeiter im Bezirksamt tätig sein.

"Unbemerkt von den Bürgern wird unser Personalkonzept leider nicht bleiben. Es wird weiterhin gelegentliche Schließungen wie jüngst in der Bauherrenberatung geben, damit die Mitarbeiter aufgelaufene Akten und Vorgänge abarbeiten können", sagt Bürgermeister Igel.

Da Treptow-Köpenick zu den Berliner Bezirken mit steigender Einwohnerzahl gehört, soll nach 2016 die amtlich festgestellte Zahl der Bewohner für eine Neuberechnung des geforderten Personalabbaus herangezogen werden.

Auf der letzten Bezirksverordnetensitzung des Jahres am 12. Dezember wird das Personalkonzept den Verordneten vorgelegt. Dazu wird gerade ein interfraktioneller Antrag erarbeitet, mit dem dann zum Konzept Stellung bezogen wird.


Ralf Drescher / RD
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