Bündnis engagiert sich gegen rechten Aufmarsch am 1. Mai

Niederschöneweide. Für den 1. Mai hat die rechtsextreme NPD zwei Demonstrationen angemeldet, darunter einen Aufmarsch mit mindestens 300 Teilnehmern am Bahnhof Schöneweide. Dem wollen demokratische Parteien etwas entgegenstellen.

"Die Nazis werden in unserem Bezirk kein gemütliches Wohnzimmer vorfinden", verspricht Bürgermeister Oliver Igel (SPD). Wie bekannt wurde, wollen NPD-Anhänger unter dem populistischen Motto "Raus aus dem Euro" durch Schöneweide marschieren, Hauptredner soll der NPD-Bundesvorsitzende Holger Apfel sein.Ein breit aufgestelltes Bündnis "1. Mai Nazifrei" macht gegen diese Pläne mobil. Bezirksverbände demokratischer Parteien gehören ebenso zu den Unterstützern wie Verordnete aus anderen Bezirken, Bundestagsabgeordnete und Künstler. Bekanntester Unterstützer ist Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), der 2010 in Prenzlauer Berg erfolgreich eine Blockade gegen einen Mai-Umzug der Rechtsextremen anführte.

"Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch, von uns geht keine Eskalation aus", teilt das Bündnis "1. Mai Nazifrei" auf seiner Internetseite mit. Es ruft zum Blockieren der noch unbekannten Demorouten der NPD-Anhänger auf.

Bürgermeister ist dabei

Vermutlich kann die gerade wieder finanziell klamme NPD ohnehin nur wenige Hundert Anhänger zur Demonstration mobilisieren. "Wir können diese Aktivitäten aber nicht ignorieren. Erstens kommt es dabei immer wieder zu Übergriffen auf Demokraten, zweitens sehen die Nazis ihre Demos als Symbol. Wir werden ihnen am 1. Mai zeigen, dass wir deutlich mehr Menschen gegen rechtes Gedankengut auf die Straße bringen", verspricht Bürgermeister Oliver Igel, der selbst an der Gegendemonstration teilnehmen wird. Für den Tag davor, den 30. April, haben linke Gruppen am S-Bahnhof Schöneweide eine Demonstration mit anschließendem Konzert angekündigt, Beginn ist um 17 Uhr. Zu den Forderungen der Demonstrationsanmelder gehört unter anderem die Schließung der rechten Kneipe "Zum Henker", deren Wirt gerade der Mietvertrag gekündigt wurde (Berliner Woche berichtete).


Ralf Drescher / RD
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