Dringend Männer zum Mitmarschieren gesucht

Die Hauptmanngarde beim diesjährigen "Köpenicker Sommer". (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Jeweils Mittwoch und Sonnabend dröhnen Befehle durch die Köpenicker Altstadt. Dann marschiert die Hauptmanngarde. Deren Zukunft ist jedoch ungewiss.

Ganze drei Rekruten marschieren an einem Sonnabend im September unter Führung des Hauptmanns zum Rathaus. Bei den Touristen kommt die Truppe trotz schmaler Besetzung gut an. "Wir haben aber nur noch acht aktive Mitglieder, von denen leider zwei seit längerer Zeit krank sind. Für eine minimale Besetzung brauchen wir drei Rekruten, einen Hauptmann und einen Bürgermeister. Da wir diese Mindestzahl nicht immer erreicht haben, sind in den vergangenen Wochen mehrere Auftritte ausgefallen", erzählt Jürgen Schmelzer. Der ist Kommandant der Garde und tritt selbst als Hauptmann an.Die Garde hat gleich mehrere Probleme. Erstens sind fast alle Mitglieder schon ältere Semester. Denen fällt es schwer, an zwei Tagen in der Woche zum Marsch aufs Rathaus Köpenick anzutreten. Zweitens sind die Termine an sich ein Problem. Denn Mittwochvormittag haben viele eben keine Zeit für den ehrenamtlichen Auftritt. Deshalb wird dringend Nachwuchs gebraucht. Eine militärische Ausbildung ist dabei übrigens keine Voraussetzung. "Das Griffekloppen und Strammstehen bringen wir den Kandidaten schon selbst bei", versichert Kommandant Jürgen Schmelzer. Die Hauptmanngarde wurde vor zwölf Jahren als ABM-Projekt des Tourismusvereins Köpenick gegründet. Das Arbeitsamt zahlte damals die Gehälter der Gardisten und sogar die Anschaffung von Uniformen und - echten, aber nicht schussbereiten - Gewehren.

Seit dem Auslaufen der Förderung im Jahr 2005 ist die Garde ein eigenständiger Verein. Bisher hatten die Mitglieder rund 1200 Auftritte.

Wer als Köpenicker Gardist gern mitmarschieren möchte oder andere Unterstützung anbieten kann, meldet sich bitte bei Jürgen Schmelzer unter 0176/24 26 58 47. Zumindest die Sonnabendauftritte sollen in den kommenden Wochen gesichert sein. Los geht es immer um 11 Uhr vor der Tür des Ratskellers, Alt-Köpenick 21.

Ralf Drescher / RD
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