Matthias Schmidt soll bei der Bundestagswahl Direktmandat holen

Matthias Schmidt soll das Ruder für die SPD übernehmen. Vorerst haben ihm seine Fraktionskollegen ein Spielzeugschiff geschenkt. (Foto: Ralf Drescher)

Treptow-Köpenick. Seit Anfang Dezember steht der SPD-Bewerber um das Bundestagsdirektmandat in Treptow-Köpenick fest. Es ist Matthias Schmidt, Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung. Berliner-Woche-Reporter Ralf Drescher sprach mit ihm.

Warum kandidieren Sie für den Bundestag?

Matthias Schmidt: Ich bin ja seit Jahren Kommunalpolitiker. Jetzt sind meine Kinder erwachsen, eine gute Chance, mein Engagement auszuweiten. Ich habe die Möglichkeit, in die Bundespolitik zu gehen, mit der Familie besprochen und bin auf Zustimmung gestoßen.

Wie wollen Sie die Wähler im Bezirk überzeugen?

Matthias Schmidt: Indem ich zeige, dass ich hier zu Hause bin, die Probleme zwischen Spree und Müggelsee kenne und als Bezirksverordneter seit Jahren auch zur Lösung von Problemen beitrage. Ich denke, damit habe ich die Chance, direkt den Wahlkreis gegen Gregor Gysi zu gewinnen.

Welche Probleme würde denn ein Bundestagsabgeordneter Schmidt anpacken?

Matthias Schmidt: Den Weiterbau der A 100 bis zur Frankfurter Allee. Nach bisherigen Plänen endet die Strecke ja künftig an der Elsenbrücke und dort droht dann Stau. Die Verlängerung nach Friedrichshain macht also Sinn. Wichtig für den Bezirk wäre auch ein NPD-Verbot, damit diesen Extremisten der staatliche Geldhahn zugedreht wird.

Wer für den Bundestag kandidiert, sollte im Bezirk einigermaßen bekannt sein. Was wollen Sie dafür tun?

Matthias Schmidt: In diesen Tagen werden 90 000 Karten mit meinen Kontaktdaten und einem kurzen Porträt in die Haushalte des Bezirks verteilt. Potenzielle Wähler können mich dann anrufen oder per E-Mail Kontakt aufnehmen. Außerdem bleibe ich ja erst einmal Fraktionsvorsitzender und habe dadurch viele öffentliche Termine. Eine ganz besondere Rolle spielt auch mein kleines, rotes Piaggioape-Dreirad. Das ist bereits ohne Wahlwerbung ein Blickfang, wenn ich damit durch den Bezirk fahre.

Welches Thema setzen Sie im Wahlkampf an die erste Stelle?

Matthias Schmidt: Das ist die Frage der sozialen Gerechtigkeit. Ich finde, jeder Mensch muss von seiner eigenen Arbeit leben können. Wer sein Leben gearbeitet hat, sollte davon auch im Alter leben können. Wenn wir das nicht garantieren können, steht auf Dauer der soziale Frieden auf dem Spiel.

Matthias Schmidt (49) ist in Marburg geboren. Er arbeitet als Verwaltungsbeamter im Bundesinnenministerium. Seit 2004 ist er Mitglied der SPD. Als Mittelstürmer spielt er in der Alte-Herren-Liga beim 1. FC Union. Schmidt ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt seit 20 Jahren in Grünau.

Ralf Drescher / RD
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