Senat sieht S-Bahn-Fahrzeuge besser als in den Vorjahren vorbereitet

Zugefrorene Wagen und verschneite Fahrmotoren haben im Januar 2013 den Betrieb beeinträchtigt. (Foto: Ralf Drescher)

Treptow-Köpenick. Im Januar 2013 zitterten S-Bahnfahrgäste auf den Bahnsteigen von Friedrichshagen, Rahnsdorf oder Wilhelmshagen. Wegen des Wintereinbruchs war der Verkehr zeitweise eingestellt worden.

Das droht auch in diesem Jahr. Die Strecke stadtauswärts hinter dem S-Bahnhof Köpenick ist ganz besonders für Schneeverwehungen anfällig. Und der Schnee blockiert nicht nur die Weichen, auch Teile des Motorantriebs können außer Betrieb gesetzt werden.

Nach zahlreichen Ausfällen im vergangenen Winter hatte die Berliner S-Bahn mit Umbauten begonnen. Zumindest teilweise sollen damit Ausfälle verhindert werden. Das wurde Ende 2013 im Abgeordnetenhaus mitgeteilt. Dort hatte Ole Kreins, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion angefragt, ob die S-Bahn besser für den anstehenden Winter gerüstet ist. Der auch für Verkehrsfragen zuständige Senator Michael Müller teilte mit, dass laut Qualitätssicherungsplan Fahrmotoren aufgearbeitet und Besandungsanlagen - zum Bremsen bei Glätte - optimiert wurden. Ein Teil der zum störungsarmen Winterbetrieb notwendigen Maßnahmen konnte jedoch noch nicht umgesetzt werden. "Experten haben festgestellt, dass dafür grundlegende Lösungen erforderlich sind, deren Umsetzung durchaus ein bis zwei Jahre dauern kann", teilte Senator Michael Müller weiter mit.

Die besonders störanfälligen Fahrzeuge der noch in der DDR entwickelten Fahrzeuge der Baureihe 485 wurden noch im Dezember im Betriebswerk Grünau zusammengezogen. Hier wird ein größerer Bestand an Ersatzteilen, darunter auch von besonders störanfälligen Elektronikkomponenten, bereitgehalten. "Damit werden im Fall erneuter Störungen kürzere Reparaturzeiten realisiert und Ausfälle verringert", so Senator Müller.

Im Januar vorigen Jahres hatte es insgesamt 2657 Ausfälle bei der S-Bahn gegeben. Dabei waren gut 36 000 Minuten Verspätung zusammengekommen. Durch Ausfälle von Januar bis Ende Oktober 2013 wurden nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt rund 1,4 Millionen zu fahrende Kilometer nicht erbracht. Dafür hat das Land die an die S-Bahn zu leistenden Zahlungen um 7,9 Millionen Euro gekürzt.

Ole Kreins, der Verkehrsexperte aus dem Abgeordnetenhaus, bleibt skeptisch. "Ob die Maßnahmen der S-Bahn greifen, sehen wir erst, wenn zehn Zentimeter Schnee gefallen sind. Der Senat hat sich jedenfalls ernsthaft um Verbesserungen beim Winterbetrieb gekümmert", sagt er.


Ralf Drescher / RD
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