Senator fordert ab sofort täglichen Bericht ein

Treptow-Köpenick. Wer am 29. Januar mit der S-Bahn durch den Südosten Berlins fahren wollte, brauchte viel Geduld. Weil Signale gestört waren, ging fast zwei Stunden nichts mehr nach Plan.

Einige Signale zwischen den S-Bahnhöfen Schöneweide und Treptower Park hatten gestreikt. Betroffen waren dadurch gleich sieben S-Bahnlinien, darunter beide Ringlinien S 41 und S 42 und die Züge vom und zum Flughafen Schönefeld.Noch immer bringt die S-Bahn Berlin GmbH zu wenig Züge auf die Schienen. So fehlten am 24. Januar 14 komplette Züge im Angebot. Jetzt reicht es dem Senat, der die Fahrleistungen der S-Bahn bestellt und bezahlt. Künftig muss S-Bahnchef Bucher morgens um 9 Uhr bei Michael Müller (SPD) telefonisch Bericht über den Stand des Fahrzeugeinsatzes und Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebssituation erstatten. "Noch Anfang Dezember 2012 haben Deutsche Bahn und S-Bahn angekündigt, dass die S-Bahn vorbereitet sei auf die Wiedereinführung der S 85 und zusätzliche Züge bereitstünden. Jetzt zeigt sich überdeutlich, dass wir Recht hatten mit unserer Skepsis und mit unserer Forderung nach Stabilisierung des Angebots", teilt Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler in einer Pressemeldung mit.

Im vorigen Jahr hat die S-Bahn das ganze Jahr über mit Zugausfällen und Verspätungen geglänzt. Allein von Juli bis Oktober fuhren die Züge 225 000 Minuten Verspätung ein - das sind gut 156 Tage.

"Gerade wir im Südosten sind von den Ausfällen und Störungen im S-Bahnnetz betroffen. Es gibt für die Einwohner unseres Bezirks oft keinen Parallelverkehr und damit keine Alternativen zur S-Bahn. Deshalb fordere ich von der S-Bahn, bei Ausfällen unverzüglich Ersatzverkehr mit Bussen anzubieten", sagt Bürgermeister Oliver Igel (SPD).

Der mangelnde Service kostet die Berliner S-Bahn nicht nur Kunden, sondern auch bares Geld. Für die ausgefallenen Leistungen hat der Senat im vorigen Jahr rund 11 Millionen Euro einbehalten. Allein die 225 000 Minuten vom Spätsommer 2013 entsprechen rund sechs Millionen Euro. Die werden dem Pleiteunternehmen bei der nächsten Abrechnung im Herbst abgezogen.


Ralf Drescher / RD
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