Bis zum Herbst entsteht an der Dahme neues Werftgebäude

Die marode Steganlage und dahinter die neue Werfthalle der Wasserretter. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Vom Wasser aus ist das Bauvorhaben nicht zu übersehen. In Wendenschloß steht eine riesige Schiffshalle. Jetzt wurde dort Richtfest gefeiert. Die 70 Meter lange und 24 Meter breite Halle wird die neue Heimat der Wasserretter von Arbeiter-Samariterbund (ASB) und Deutscher Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) im Südosten Berlins.

"In der Halle finden die 24 Boote der Wasserretter, die Werkstätten und unsere neue Funkleitzentrale Platz. Die Boote können künftig mit einem Acht-Tonnen-Kran durch die ganze Halle gehoben werden, ohne eine besondere Reihenfolge zum Wassern festzulegen", sagt Projektleiter Uwe Grünhagen. Der ist selbst Wasserretter im ASB, im Hauptberuf Geschäftsführer eines Kranbauunternehmens und übernimmt die Bauleitung ehrenamtlich.

Grünhagen hat auf ähnliche Art bereits den Neubau der Rettungsstationen an Spree, Dahme und Müggelsee geleitet. Auch für den Neubau der Werft wurden Lottomittel bereitgestellt. Drei Millionen Euro zahlt die Stiftung Klassenlotterie für das Bauvorhaben. Mit dem Neubau verbessern sich die Arbeitsbedingungen für die ehrenamtlich tätigen Retter deutlich. Künftig können die Boote in der Winterpause besser aufgearbeitet werden, und es entfällt das schwerfällige Rangieren mittels Transportwagen und Muskelkraft.

Während die Funkleitzentrale, zu der auch drei Unterkunftszimmer mit zwölf Betten gehören, erst im Frühjahr 2015 fertig wird, muss die Halle in wenigen Wochen betriebsbereit sein. "Am 4. November holen wir unsere Rettungsboote aus dem Wasser und lagern sie für den Winter ein", sagt Grünhagen. Und Grünhagen wäre nicht Grünhagen, wenn er nicht schon weitere Pläne verfolgen würde.

Er plant bereits einen Anbau, in dem weitere Werkstätten, Garagen und ein Werkstattraum der Taucher Platz finden sollen. Auch dafür möchte er Lottomittel akquirieren. Vor gut zehn Jahren hat Uwe Grünhagen für sein Engagement, welches weit über die ehrenamtliche Arbeit eines Wasserretters hinausgeht, das Bundesverdienstkreuz bekommen. Ob ihm das hilft, bei der Berliner Feuerwehr, der die marode Steganlage vor der schmucken Werfthalle gehört, die nötigen 500.000 Euro für neue Stege zu bekommen, steht noch nicht fest. Dran bleibt Grünhagen da auf jeden Fall. "Es gab bereits Sturmschäden an Booten, weil marode Dalben weggebrochen sind", ärgert sich Grünhagen.

DLRG und ASB haben im Südosten Berlins rund 600 aktive Wasserretter. Sie tun von Ostern bis zum späten Herbst auf 13 Rettungsstationen ihren Dienst.


Ralf Drescher / RD
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