Sascha Koschitzke radelt mit Sebastian Braun zum Union-Spiel nach Nürnberg

Radfahrer Sascha Koschitzke und Rollstuhlfahrer Sebastian Braun bei ihren ersten Metern nach dem Start auf der Straße an der Wuhlheide. (Foto: Matthias Koch)

Köpenick. Sascha Koschitzke liebt die Extreme. Der 41-jährige Anhänger des Zweitligisten 1. FC Union wanderte im September 2016 rund 550 Kilometer zum Spiel seiner Mannschaft beim 1. FC Nürnberg. Sein Ziel war es, Spenden für eine Auswärtsfahrt von Union-Fans mit Handicap zu sammeln.

Mit finanzieller Hilfe Hunderter Fans und etlicher Sponsoren kamen am Ende über 16.000 Euro zusammen. 32 Unioner mit Handicap, unter ihnen 17 Rollstuhlfahrer sowie Menschen mit Sehschwäche und geistiger Behinderung, nahmen das ungewöhnliche Angebot dankbar an. Sie waren beim Union-Spiel am 8. Mai in Braunschweig dabei.

Seit 10. August ist Koschitzke schon wieder für den guten Zweck auf Tour. Der frühere Nachwuchstorwart der BSG Motor Köpenick zieht es erneut nach Nürnberg, wo Aufstiegsmitfavorit Union am 20. August zum Spitzenspiel antreten wird. Koschitzke fährt diesmal aber mit dem Rad. Und auf seinem Spezial-Bike nimmt er den sonstigen Rollstuhlfahrer Sebastian Braun mit. Der 33-jährige Union-Fan Braun ist seit einem Badeunfall im Jahr 2008 von der Brusthöhe abwärts gelähmt. Ihr Motto lautet: „Nach Nürnberg mit Rolli & Rad für unsere nächste Handicapfahrt.“ Im Frühjahr 2018 sollen wieder zahlreiche Unioner mit Behinderung ein Spiel ihrer Lieblinge in der Fremde erleben.

Spenden gesammelt

Braun hatte bei Koschitzkes Wanderung im vergangenen Jahr Spenden gesammelt. Als Koschitzke den früheren Turner Braun fragte, ob er in diesem Jahr auf einem Bike mitfahren würde, war die gemeinsame Tour schnell beschlossen. Für Braun wird es aber nicht einfach, auch wenn Koschitzke allein in die Pedalen treten muss. „Ich muss die komplette Fahrt über die Spannung halten. Sonst würde ich rauskullern. Die Tour ist sehr anspruchsvoll für mich“, sagt Braun. „Wir haben in den Müggelbergen geübt“, berichtet Koschitzke.

Die beiden Fans müssen zum Glück nicht noch Rucksäcke oder Proviant mit sich herumschleppen. Die Sachen nimmt ein Begleitfahrzeug mit, in dem Daniela Romanowski und Stephanie Ahlberg sitzen. Die beiden Frauen fahren zu den Hotels beziehungsweise Zwischenstationen auf den geplanten acht oder neun Etappen voraus. Romanowski ist seit Jahren die persönliche Assistentin von Braun. Ahlberg leitet die Geschäftsstelle des Union-Wirtschaftsrates. Sie unterstützt zudem die Vereinsstiftung „Union vereint. Schulter an Schulter“, unter deren Dach die Spendenfahrt diesmal von Beginn an stattfindet. Zur guten Laune im Auto dürfte auch die mitreisende Mopshündin Ebby beitragen.

Rund 650 Kilometer dürften am Ende für alle Beteiligten zusammenkommen. Sie setzen auf die Spendenfreudigkeit vieler Menschen, die unter www.leetchi.com/c/eisern-trotz-handicap auch mit kleinen Geldbeiträgen zum Erfolg der Aktion beitragen können. Schon am Starttag war die Summe vierstellig. Sponsoren wollen ebenfalls mithelfen.
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