Verwurzelt in Rahnsdorf

Herbsmüggel in Köpenick. (Foto: Nikolaus Basedow)

Rahnsdorf. Als märchenhaft beschreibt Jutta Benedix-Ulrich weite Teile ihrer Heimat. Und diese liegt in Köpenick, genauer gesagt in Rahnsdorf. In ihrem Leser-Beitrag zu unserem Aufruf bezeichnet die Berlinerin das alte Fischerdorf gar als ihre große Liebe. Gründe dafür gibt es viele, und diese möchte sie anderen Lesern nicht vorenthalten.

Schon meine Urgroßmutter, meine Großmutter und meine Mutter haben hier in Rahnsdorf gelebt. Ich bin hier geboren und aufgewachsen und noch nie in meinem Leben umgezogen.

Niemals werde ich von hier fortgehen, denn für mich bedeutet Rahnsdorf einfach mein Zuhause. Meine Mutter ist im alten Fischerdorf noch in die Dorfschule gegangen, ich bin hier zur Schule gegangen, genauso wie mein Sohn.

Wir sind also Urgestein. Meine Großmutter hat nach dem Krieg das Haus gebaut, an der Stelle, wo meine Urgroßmutter ihre Laube hatte. Ich kenne jeden Winkel dieses schönen Ortes und möchte niemals fort.

Das alte Fischerdorf ist meine große Liebe von Kindheit an. Es versetzt einen in eine andere Welt und wirkt irgendwie märchenhaft. Ein schöner Ort zum Entspannen: Die alte Dorfkirche, liebevoll gepflegt von den Einwohnern, der letzte Fischer an der Spree und die alte Ruderfähre, die seit über 100 Jahren betrieben wird. Als Mitglieder des Heimatvereins Köpenick haben mein Mann und ich uns dafür eingesetzt, dass sie wieder in Aktion ist.

Mein Mann, zugezogen aus dem Westteil der Stadt, fühlt sich hier ebenfalls zu Hause und sagt, er ist endlich angekommen. Wir sind beide Rentner und kümmern uns um unseren Garten. Allerdings endet unser Interesse nicht am Gartenzaun, im Gegenteil.

2010 haben wir eine kleine Bürgerinitiative gegründet und kümmern uns um die denkmalgerechte Restaurierung der Rahnsdorfer Friedhofskapelle. Wir haben schon sehr viel erreicht und noch sehr viel Arbeit vor uns.

Der Müggelsee ist nicht weit, und ich habe viele Kindheitserinnerungen an das Strandbad, das jetzt leider nicht mehr so schön ist. Das macht mich oft sehr traurig.

In den Püttbergen wurde gerodelt. Es gab damals sogar eine Skiausleihstation, und am Mühlenfließ wurden noch Krebse gefangen. Es gibt tausende von Erinnerungen, die würden wahrscheinlich viele Seiten füllen.

Rahnsdorf bedeutet für mich Wärme und Geborgenheit. Wenn ich verreist bin, dann freue ich mich darauf wieder hier zu sein, und es wird mir ganz warm ums Herz, wenn ich daran denke.

Mein Mann und ich hoffen sehr, dass wir noch viele glückliche Jahre hier in unserem schönen Ort erleben dürfen und unsere Heimat niemals verlassen müssen. Jutta Benedix-Ulrich
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