Rustikales Brot und leckere Torten seit 85 Jahren

Robert (links) und Martin Jaenichen in ihrer Köpenicker Backstube. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Bäckerei Jaenichen |

Köpenick. Im Sommer 1932 hat Richard Jaenichen an der Mahlsdorfer Straße seine Bäckerei eröffnet. Jetzt feiern seine Enkel Martin (47) und Robert (50) Jaenichen das 85. Firmenjubiläum.

„Unser Großvater hatte das Haus gebaut, weil es in seiner Backstube in der Neuköllner Hermannstraße Ärger mit Anwohnern wegen Lärmbelästigungen gab“, erzählt Martin Jaenichen. Die Brüder, beide Konditormeister, haben 2003 die Regie von ihrem Vater Gert Jaenichen (1933-2015) übernommen. Der zweite in der Familiendynastie hatte noch über den Ruhestand hinaus im Familienunternehmen mitgearbeitet und fast bis zu seinem Lebensende bestellte Torten und Backwaren an die Kunden ausgeliefert.

Im Gegensatz zum Großvater müssen die beiden Jaenichens zwar nicht die Konkurrenz von Berufskollegen fürchten – es werden ohnehin immer weniger –, dafür liefert inzwischen jeder Discounter aus seinen Heißluftöfen Brot und Brötchen. „Den Wettbewerb um den niedrigsten Schrippenpreis können wir nur verlieren. Unsere Stärke ist gute Handwerksarbeit, zum Beispiel beim Backen von Broten und der Anfertigung von Torten“, erzählt Martin Jaenichen. Die beiden Konditormeister haben noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen, welches Firmengründer Richard vor 85 Jahren ganz sicher unbekannt war. Es gibt kaum Personal. Weil Verkäuferinnen fehlen, bleibt das Café in Mahlsdorf zurzeit an drei Tagen der Woche zu. „Keiner will mehr Bäcker oder Backwarenverkäufer lernen. Die jungen Leute wollen heute wohl alle studieren“, ärgert sich Martin Jaenichen.

Einige Kuchen und Torten, darunter die Weihnachtsstollen, werden noch immer nach den Familienrezepten von Opa Richard gebacken. Für andere, darunter die hohe Käsetorte, hat Robert Jaenichen bei Wettbewerben bereits mehrere Preise eingeheimst.

Das 85. Firmenjubiläum soll am 8. August in der Mahlsdorfer Straße 26 zünftig mit den Kunden gefeiert werden. Um 10 Uhr gibt es Begrüßungssekt, von 11 bis 12 Uhr sorgt Drehorgelspielerin „Orgelinchen“ für Musik aus der Zeit, als der Familienbetrieb gegründet wurde und ab 15 Uhr können Kinder sich schminken lassen. RD
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