Bauantrag abgelehnt: Erste Diskussion zur Einwohnerinitative an der Blücherstraße

Der Außenbereich an der Blücherstraße 26: Er soll so weit wie möglich erhalten bleiben, fordert der erfolgreiche Einwohnerantrag. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Blücherstraße 26/26a |

Kreuzberg. Anwohner der Blücherstraße 26 haben, wie berichtet, einen erfolgreichen Einwohnerantrag zu den dort geplanten Neubauten auf den Weg gebracht.

Im Rahmen der ersten Debatte darüber, am 29. März im Stadtplanungsausschuss, gab es eine Mitteilung, die die Initiatoren ebenfalls zufrieden zur Kenntnis genommen haben. Der Bauantrag für ein geplantes Gebäude an der Südseite des Geländes sei abgelehnt worden, erklärte Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis 90/Grüne). Er begründete das mit einer zu großen Kubatur.

Ein viel zu massives Bauvolumenen ist einer der Hauptkritikpunkte in dem von der Initiative für den Kiezerhalt organisierten Einwohnerantrag. Aus einem zunächst eher dezenten Vorhaben, bei dem vor allem die Sanierung der bestehenden Gebäude im Vordergrund stand, wäre im Laufe der Zeit ein Großprojekt mit fünf neuen Häusern geworden, erklärte Sprecherin Claudia Bartholomeyczik. Die Initiative stelle sich nicht völlig gegen zusätzliche Neubauten. Sie sollten aber weniger voluminös sein, die Pläne einen größtmöglichen Erhalt der Außenanlagen zum Ziel haben und auch den Spielplatz an der Schleiermacherstraße unangetastet lassen.

Wie das möglich wäre, zeigte sie anhand erster Skizzen, die einige Architekten auf Bitten der Initiative angefertigt hatten. Auch wenn daran ebenfalls noch weiter gefeilt werden müsste, zeige sich: Es gebe durchaus Alternativen. Wobei Claudia Bartholomeyczik es nicht als Aufgabe der Anwohner ansah, dafür die entsprechenden Expertisen zu liefern. Entscheidend sei deren aktive Beteiligung am Planungsprozess.

Dass sich die Bezirkspolitik mit dem Einwohnerantrag auseinandersetzten will, bekam die Initiative von mehreren Seiten im Ausschuss zugesichert. Allerdings mit unterschiedlicher Betonung. "Für uns bleibt die Priorität, hier Raum, gerade auch für betreutes Wohnen zu schaffen", erklärte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Julian Schwarze. Etwa für Jugendliche, Menschen mit seelischen Behinderungen oder Pflegebedürftige. In welcher Form das passiert, darüber werde man reden.

Für den SPD-Bürgerdeputierten Volker Härtig geht es bei den Vorhaben auch um ökonomische Interessen. Er unterstellte, dass es vor allem deshalb zu den großzügigen Bauplänen gekommen sei, weil die Bauherren, zwei freie Träger, zu guten Kontakten in die Bezirkspolitik verfügen und sah deshalb Lobbyismus am Werk. Dass ausgerechnet Härtig, dem der Ruf eines Baulobbyisten vorausgehe, solche Vorwürfe vorbringe, sei eine "Frechheit", gab der Grünen-Bezirksverordnete Andreas Weeger zurück.

Die Mitglieder der Initiative interessierte weniger das Parteiengeplänkel, sondern konkrete Ergebnisse. "Der Ball liegt im Bezirk", meinte Claudia Bartholomeyczik.

Der kann und wird wahrscheinlich nicht jede Vorlage aus dem Einwohnerantrag verwandeln. Das zeigte sich bereits bei einem weiteren Bauantrag für das Gelände. Dabei ging es um das geplante Kitagebäude an der Nordseite. In diesem Fall müssten zwar bis zum 3. April noch Unterlagen nachgereicht werden, erklärte Stadtrat Schmidt. Das Vorhaben würde dann aber wahrscheinlich genehmigt. tf
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