Bezirk plant Wohnungen für Flüchtlinge und Studenten

Kreuzberg. Auf einem Grundstück an der Franz-Künstler-Straße steht ein maroder Gebäudekomplex. Er wurde zuletzt als Hostel der Schreberjugend genutzt und steht inzwischen leer.

Das Grundstück gehört dem Bezirk. Der hat vorgeschlagen, es zunächst als temporäre Unterkunft für Flüchtlinge zu nutzen. Im zweiten Schritt und teilweise auch parallel dazu sollen auf dem Areal Neubauten für die Flüchtlinge, aber auch für Studenten entstehen.

Diese Idee skizzierte Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis 90/Grüne) kurz vor Weihnachten. Das Gelände sei dem Landesamt für Gesundheit- und Soziales (Lageso) angeboten worden. Eine Entscheidung stehe dort aber noch aus.

Bereits im vergangenen Jahr war die Fläche als möglicher Wohnort für einen Teil der Besetzer des Oranienplatzes kurzzeitig im Gespräch. Das hat sich allerdings zerschlagen, weil schnell klar wurde, dass die Gebäude nicht mehr genutzt werden können. "Sie müssen wahrscheinlich abgerissen werden", meint Panhoff.

Deshalb müssten auch hier die Flüchtlinge zunächst in Containern untergebracht werden, wobei der Stadtrat den Begriff "mobiles Wohnen" benutzt. Bis zu 450 Personen könnten dort Platz finden.

Dass diese Art der Unterkunft nur zeitweisen Charakter haben soll, wird wiederum mit dem Neubauvorhaben unterstrichen. Dort könnte es nach Schätzung von Panhoff Wohnungen für etwa 250 Menschen geben. Und das nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für andere Gruppen, die immer größere Schwierigkeiten haben, in Berlin einer Bleibe zu finden - allen voran Studenten. Das Vorhaben will Panhoff eng mit dem Liegenschaftsfonds abstimmen. Denn der ist verantwortlich für das benachbarte landeseigene Grundstück. Im besten Fall könnten beide Flächen gemeinsam entwickelt werden, hofft der Stadtrat. Er räumt gleichzeitig ein, dass die Pläne bisher in einem sehr frühen Stadium sind. Weder gebe es bisher einen zeitlichen Rahmen und erst recht keinen möglichen Interessenten oder Investor.

Viel hängt erst einmal davon ab, wie sich das Lageso verhält. Da allerdings weiter mit einem hohen Bedarf an Flüchtlingsunterkünften gerechnet wird, wird sich das Landesamt über kurz oder lang detaillierter mit dem Angebot aus Friedrichshain-Kreuzberg beschäftigen.


Thomas Frey / tf
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