Hochhäuser am Gleisdreieck: Wettbewerbsergebnisse für die „Urbane Mitte“ liegen vor

Bis zu 90 Meter hoch könnten die Häuser in der Urbanen Mitte werden. (Foto: Cobe Architekten)
 
Die sieben Hochhäuser von Ortner & Ortner. (Foto: Ortner & Ortner/Stephen Weber)
Berlin: Urbane Mitte |

Kreuzberg. Eine Skylinie mit sieben 60 Meter hohen Gebäuden sieht der Entwurf von Ortner & Ortner vor. Die Cobe-Architekten wollen nur fünf Hochhäuser bauen. Sie ragen dafür bis zu 90 Meter in den Himmel.

Die Pläne dieser beiden Büros sind die Sieger des Wettbewerbs zur künftigen Gestaltung der sogenannten „Urbanen Mitte“. Damit ist eine knapp 43 000 Quadratmeter große Fläche rund um den Bahnhof Gleisdreieck gemeint. Nach Süden zieht sie sich mehrere hundert Meter als schmaler Streifen entlang des Parks. Auf dem Areal befinden sich derzeit Brachflächen sowie einige meist ungenutzte Bauten. Auch die beiden Bahnviadukte zum Gleisdreieck führen über das Gebiet, ebenso eine Vorhaltetrasse für die geplante S21.

Ein zentraler Ort also, aber mit Einschränkungen. Sie hatten die Teilnehmer des Wettbewerbs ebenso zu berücksichtigen, wie Wünsche aus der Bevölkerung. Denn im Vorfeld gab es bis zum vergangenen Frühjahr ein Beteiligungs- und Werkstattverfahren, bei dem neben Experten auch Bürger ihre Ideen vor allem zur künftigen Nutzung vorbringen konnten.

Dieses Gemengelage haben nach Ansicht der Jury die Entwürfe von Ortner & Ortner sowie Cobe am besten gelöst. „Mit ihnen soll der Nachweis geführt werden, dass trotz der hohen Baumasse eine städtebauliche Figur gefunden werden kann, die sich in die Struktur der Stadt und in die umliegende Parklandschaft einfügen kann“, so Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne), der ebenso wie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher zum Auswahlgremium gehörte.

Konkret bedeutet das: Die Hochhäuser sind vor allem für Büro- und Gewerbeflächen vorgesehen. Auch dafür gibt es mit dem Begriff „Arbeitswelt 4.0“ das passende Label. Darunter sind flexible Räume zu verstehen, die einen nahtlosen Übergang zwischen Arbeit und Freizeit ermöglichen sollen.

Freizeit, Kultur oder gastronomische Angebote spielen ohnehin im Gesamtkonzept eine wichtige Rolle. Zum Ensemble soll eine 5000 Quadratmeter große Kunsthalle gehören. Die Parterrebereiche der Gebäude werden öffentlich genutzt. Etwa in Form von Ateliers. Läden, Restaurants oder eine Markthalle könnten es in den alten Bahnbögen geben. Selbst für Clubs oder eine Indoor-Skateanlage wäre auf dem Areal Platz. Beides waren Wünsche im Beteiligungsverfahren. Und der Bezirk bekommt eine Doppelsporthalle.

Alle diese Nutzungen machen wiederum den Namen Urbane Mitte nachvollziehbar. Kaum in dieses Konzept passen dagegen Wohnungen, sie sind deshalb auch höchstens in kleinem Rahmen an den Rändern des Baufelds vorgesehen. Schon die beiden U-Bahntrassen und der damit verbundene Lärm schließe den Bau eines großzügigen Wohnviertels aus, machte der Projektentwickler und Haupteigentümer des Areals, die in Stuttgart und Berlin ansässige Copro Gruppe, sehr früh deutlich. Vielmehr solle hier ein „Brückenkopf“ entstehen, der die umliegenden Quartiere miteinander verbinde.

Als nächsten Schritt werden jetzt die beiden Siegerentwürfe überarbeitet Zwar wird nur einer realisiert, aber auch das andere Büro an der weiteren Entwicklung beteiligt. Der voraussichtliche Baubeginn ist für das Jahr 2018 vorgesehen.

Alle Beiträge zum Wettbewerb sind zwischen 3. und 5. Dezember in der Ladestraße des Deutschen Technikmuseums, Eingang über die Möckernstraße, ausgestellt. Geöffnet ist Donnerstag und Freitag zwischen 9 und 17.30, Sonnabend, 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter: www.urbane-mitte.de. tf
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