Wann das Baerwaldbad wieder eröffnet wird ist weiter unklar / Vor Wiederbetrieb erst mal ein Gutachten

Die großen Halle im Baerwaldbad. Niemand weiß, wann dort wieder geschwommen werden kann. Foto: Frey (Foto: Thomas Frey)
Kreuzberg. In den beiden Becken befindet sich inzwischen wieder Wasser. Auch zahlreiche Mängel scheinen abgestellt zu sein. Trotzdem bleibt das Baerwaldbad erst einmal weiter geschlossen.

Wie berichtet hatte das Gesundheitsamt Ende März für die kleine Schwimmhalle und Anfang Mai auch für das große Schwimmbecken einen Stopp des Betriebs verfügt. Es sah hier mögliche Gefahren für die Badegäste. Unter anderem durch Rost und Schimmel.
Das Amt möchte aber jetzt herausfinden was ihre Ursachen sind und verlangt ein Gutachten. Es soll vor allem mögliche Schäden im Gemäuer untersuchen. Bis das Ergebnis vorliegt werden weiter keine Badegäste eingelassen.
Dieses Agieren sorgte bei der jüngsten Sitzung des Sportausschusses einmal mehr für Kritik. Vertreter von SPD, Linken und der CDU, die sich in einer seltenen Allianz schon vor der Sommerpause für finanzielle Hilfe und den Erhalt des Baerwaldbades eingesetzt hatten, bekamen den Eindruck, hier werde besonders scharf hingesehen. Wenn alle Bäder geschlossen werden müssen, bei denen es Schimmel gebe, seien bald keine mehr offen, so eine Anmerkung. Entscheidend sei allein, ob ein Badebesuch gefährlich sei oder nicht.
Erst recht hellhörig wurden die Fraktionen der Baerwaldbadfreunde, als es hieß, das Amt nehme auch eine „Beratungsfunktion“ wahr. Nicht zuletzt gegenüber Bürgermeisterin und Gesundheitsstadträtin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne).
Spätestens mit solchen Aussagen habe das Thema eine „politische Dimension“ bekommen, meinte der Linke-Bezirksverordnete Oliver Nöll. Denn die Gesundheitsbehörde sei doch eigentlich nur gesetzlichen Vorgaben verpflichtet.
Der Hintergrund dieser Attacke bezog sich darauf, dass die Bürgermeisterin und ihre Grünen-Fraktion nicht unbedingt in dem Ruf stehen, besondere Fans des Baerwaldbades zu sein. Deren Mitglieder im Ausschuss stellten sich auch hinter das Vorgehen des Amtes und plädierten für eine verbale „Abrüstung“.
Auch Sportstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) ließ ein gewisses Unverständnis am Verhalten der Behörde erkennen. Völlig richtig sei, dass das Amt seine Wächterfunktion ernst nehme. „Schon als Schulstadtrat möchte ich Gefahren beim Schwimmunterricht ausschließen.“ Weniger nachvollziehen könne aber auch er den Beratungsanspruch.
Mit dem Gutachten soll jetzt möglichst schnell ein Architekt beauftragt werden. Selbst wenn das gelingt, wird es einige Zeit dauern, bis er seine Arbeit beendet hat. Unabhängig davon sind in dem Gebäude ohnehin Sanierungsarbeiten geplant. tf
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